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Neue Geschichtsbücher: Ukrainische Schüler müssen Putins Propaganda lernen

Neue Geschichtsbücher: Ukrainische Schüler müssen Putins Propaganda lernen
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Donezk – Putins Propaganda erreicht jetzt schon die Jüngsten! In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine lernen seit diesem Schuljahr bereits Kinder ab zehn Jahren mit umgeschriebenen Geschichtsbüchern. Darin wird die Ukraine als eigenständige Nation kleingeredet und der russische Angriffskrieg mit perfiden Lügen gerechtfertigt.

Die Werke mit den Titeln „Die Geschichte unserer Region. Donbass“ und „Die Geschichte unserer Region. Neurussland“ wurden in den besetzten Regionen Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja ausgeteilt. Früher entstanden solche Heimatkunde-Bücher an Universitäten vor Ort. Jetzt wurden sie erstmals direkt in Moskau geschrieben und herausgegeben. Neu ist auch, dass nicht mehr nur höhere Klassenstufen mit Russlands Darstellung der Vergangenheit konfrontiert werden, sondern bereits die Schüler der Klassen 5 bis 7.

Das ukrainische Magazin „NV“ hat die Bücher analysiert. Urteil: „Das Publikum für Moskaus antiukrainische Propaganda im besetzten Gebiet wird immer jünger und die Propaganda wird immer totaler.“ Russlands Bildungsminister Sergej Krawzow (52) bezeichnet den neuen Geschichtskurs als „objektiv“. Die Lehrbücher enthielten im Gegensatz zu ukrainischen Schulbüchern „echte Informationen“. Die Ukraine wirft Russland vor, Minderjährige systematisch umzuerziehen und damit auch auf einen späteren Dienst in den russischen Streitkräften vorzubereiten.

Ukraine als „Randgebiet“

Die Bücher vermeiden laut Bericht weitgehend die Darstellung der Ukrainer als eigenständiges Volk. Der Begriff „Ukraine“ wird als historische Bezeichnung für ein „Randgebiet“ dargestellt. Ukrainische Kosaken erscheinen als Verräter westlicher Mächte. Der Holodomor, die verheerende Hungersnot von 1932 und 1933 unter Stalin, wird als Erfindung ukrainischer Nationalisten dargestellt.

Unabhängigkeits-Votum wird ausgeblendet

Dass die Ukrainer 1991 in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Unabhängigkeit stimmten, taucht in den 500 Seiten starken Büchern nicht auf. Stattdessen heißt es: „Die Sowjetunion hörte gegen den Willen der Völker auf zu existieren.“ Die proeuropäischen Proteste von 2014 werden als „Staatsstreich“ dargestellt. Menschen in der Ostukraine hätten sich „zu Recht“ gegen Nationalisten in Kiew erhoben.

Auch für Putins Angriffskrieg vom Februar 2022 übernimmt das Schulbuch die Kreml-Erzählung: Russland habe mit seiner sogenannten „militärischen Spezialoperation“ einen ukrainischen Angriff auf Donezk und Luhansk verhindert. Die „Nazis“ in Kiew wollten den Autoren zufolge der Nato beitreten, um Verbündete im Krieg gegen Russland zu haben. Außerdem wird behauptet, es habe den Wunsch der Ukraine gegeben, eigene Atomwaffen zu entwickeln.

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