Im Fußball gibt es für gewöhnlich immer wieder Gewinner und Verlierer. Auf dem Platz, aber auch daneben. Viele Spieler haben dabei auch ihren Marktwert im Blick. Transfermarkt.de (gehört wie BILD zur Axel-Springer-Gruppe) veröffentlicht am Freitag die neuen Marktwerte der Bundesliga.
Gleich um 20 Mio. Euro geht es für Jamal Musiala runter. Der Nationalspieler büßt seinen Status als 100-Mio-Mann ein und hat „nur“ noch einen Marktwert von 80 Mio. Euro. Aber er ist nicht der einzige prominente Marktwert-Verlierer. Auch Nationaltorhüter Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt) büßt gleich sieben Mio. Euro ein, kommt auf nur noch 18 Mio. Euro.
Schaut man auf die relativen Zahlen, ist der Brasilianer Kaua Santos (Eintracht Frankfurt) der größte Verlierer. Er verliert 57,1 Prozent seines Marktwertes, fällt von sieben auf drei Mio. Euro.
Neue Marktwerte sind Freud und Leid beim FC Bayern
Einen neuen Rekordwert erreicht dagegen Michael Olise. Der Franzose steigert seinen Marktwert noch einmal um 10 Mio. auf 180 Mio. Euro. Weitere prominente Gewinner sind u.a. Antonio Nusa (RB Leipzig/+ 13 Mio. Euro/+40,6 Prozent), Felix Nmecha (BVB/+10 Mio. Euro/+18,2 Prozent), Dzenan Pejcinovic (Stuttgart/+10 Mio. Euro/+66,7 Prozent) und Klopp-Star Younes Ebnoutalib (Frankfurt/+10 Mio. Euro/+125 Prozent).
Auch bei den Gewinnern ist ein Blick auf die relativen Zahlen spannend. Derry Scherhant (Freiburg) steigert seinen Marktwert um unglaubliche 166,7 Prozent von 7,5 auf 20 Mio. Euro.
Auch VfB-Neuzugang Leo Sauer kann seinen Marktwert um mehr als 100 Prozent steigern. Er kommt durch seinen Wechsel von Feyenoord Rotterdam an den Neckar auf nun 15 Mio. Euro (vorher 7 Mio. Euro).
Den größten Sprung macht aber Leipzigs Shootingstar Tidiam Gomis. Er springt er von fünf auf 15 Mio. Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 200 Prozent.
Wie ermitteln sich die Marktwerte?
Die Ermittlung der Marktwerte ist relativ komplex. Zu den wichtigsten Faktoren gehören die Leistungen im Verein und/oder der Nationalmannschaft. Der Stellenwert der Liga spielt ebenfalls eine Rolle. Weitere wichtige Faktoren sind u.a.: Zukunftsperspektive, Alter, Marketingwert, Verletzungsanfälligkeit, Zahl und Reputation der Interessenten.
Der zweite Punkt, auf den geachtet wird, ist die individuelle Transfermodalität des Spielers. Gibt es eine Ausstiegsklausel, eine Rückkaufoption, eine Weiterverkaufsbeteiligung? Wie lange läuft der Vertrag des Spielers?
Zu guter Letzt geht es dann noch um die sogenannten „situativen Rahmenbedingungen“. Wie ist die Drucksituation des Spielers? Möchte der Spieler u.U. den Klub wechseln? Wie reagiert der Verein auf Angebote? Hat der Spieler schon einmal versucht, sich wegzustreiken?
„Pi mal Daumen“ werden die Marktwerte der Spieler also nicht berechnet. Für Vereine, Berater, aber auch die Spieler ist der Marktwert heutzutage eine wichtige Orientierung. Und für Fans eine herrliche Basis, um leidenschaftlich zu diskutieren.