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Nach Autogrammkarte von Friedrich Merz: Nächste Ohrfeige für Krebspatientin

Nach Autogrammkarte von Friedrich Merz: Nächste Ohrfeige für Krebspatientin
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Suhlendorf (Niedersachsen) – Vor laufenden Kameras wurde sie vom Bundeskanzler schroff zurechtgewiesen, nun hat Krebspatientin Silvia Dronsch aus Suhlendorf das nächste bittere Erlebnis mit der Spitzenpolitik in Berlin – konkret mit dem Büro von CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn (46). In BILD berichtet die an Hautkrebs erkrankte Köchin, ein Spahn-Mitarbeiter habe ihr am Telefon indirekt vorgeworfen, sie sei an ihrer finanziellen Notlage infolge der Krebserkrankung selbst schuld – denn sie hat nie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Außerdem habe er geraten, ihr Haus zu verkaufen.

Dronsch trifft das in einer ohnehin dramatischen Situation. Am 15. August läuft ihr Krankengeld aus. Bisher weiß die 53-Jährige nicht, wovon sie dann leben soll. Bundesweit bekannt wurde die Frau aus Niedersachsen, weil sie bei einem Bürgerforum in Salzwedel (Sachsen-Anhalt) von Friedrich Merz (70, CDU) abgekanzelt wurde. Auch BILD berichtete. Statt einer Entschuldigung erhielt sie später eine standardisierte Autogrammkarte aus dem Kanzleramt.

Besonders der Rat aus Spahns Büro, sie könne doch ihr Haus verkaufen, ist für Dronsch ein Schlag in die Magengrube – denn es ist weit mehr als ein Vermögenswert. Ihre Eltern bauten es in den 1960er-Jahren. Elf Jahre lang pflegte sie dort ihre Mutter. Der 21-jährige Spahn-Mitarbeiter habe ihr gesagt, sie könne glücklich sein, ein solches Haus zu besitzen. Sein Argument: Nach einem Verkauf hätte sie genügend Geld, um auch ohne Krankengeld über die Runden zu kommen.

Für die schwer erkrankte Frau ist das keine gute Idee. Ein Hausverkauf dauert Monate. Dronsch müsste eine neue Wohnung finden, einen Umzug organisieren und bewältigen. Viel Zeit hat sie für all das neben der Krebstherapie nicht. Anträge auf Erwerbsminderungsrente, Arbeitslosengeld und Bürgergeld hat sie zwar gestellt. Bislang weiß sie aber nicht, wovon sie ab August leben soll.

Spahn-Büro bestätigt Telefonate

Im Gespräch mit BILD betont Dronsch, dass es ihr nicht nur um sich selbst geht. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Ex-Mann mich sehr unterstützt. Aber es gibt viele Menschen, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich, und die ganz auf sich allein gestellt sind.“

Auf BILD-Anfrage bestätigt das Büro von Jens Spahn, dass sich Silvia Dronsch mehrfach dort gemeldet hat. Ein Mitarbeiter habe sich viel Zeit genommen und ihr vor allem verständnisvoll zugehört. Zugleich betont das Büro, Mitarbeiter in Abgeordnetenbüros könnten grundsätzlich keine Einzelfallberatung leisten. Dass im Gespräch der Ratschlag gegeben wurde, Dronsch könne ihr Haus verkaufen, dementiert das Büro nicht ausdrücklich.

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