Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Am zehnten Prozesstag wird wieder Fabians Mutter Dorina L. (31) anwesend sein. Als bei einem vorherigen Termin eine Polizistin die Auffindesituation des toten Jungen beschrieb, war das zu viel für die Mutter: Weinend verließ Dorina L. den Gerichtssaal. An den vergangenen drei Prozesstagen war sie nicht im Saal. Zu belastend waren die erörterten Details, warnte der Richter. Nun aber verfolgt sie wieder den weiteren Verlauf des Prozesses. Sie will wissen, was da zwischen Fabians Vater und der Angeklagten Gina H. (30) läuft.
Am Tag, nachdem er sich von Gina H. trennte, soll sie seinen Sohn getötet haben. Ein Kindermord. Sie wollte die Trennung nicht akzeptieren, war eifersüchtig, hoffte, die Beziehung irgendwie doch noch kitten zu können. Acht Wochen später sind der Vater des kleinen Fabian (†8) und die mutmaßliche Killerin wieder ein Paar. Was ist das für eine merkwürdige Beziehung? Warum glaubt Matthias R. (35) an die Unschuld seiner Geliebten, obwohl die Beweise gegen Gina H. (30) erdrückend sind? Fragen, die heute beantwortet werden sollen.
Ab 9.30 Uhr soll vor dem Landgericht Rostock ein Bekannter von Gina H. gehört werden, der laut einer Gerichtssprecherin „Aussagen zur Beziehung der Angeklagten zum Geschädigten und dessen Vater machen kann“. Nach BILD-Informationen handelt es sich dabei um einen gleichaltrigen Kfz-Mechatroniker aus der Umgebung.
Kinderleiche mit Grillanzünder in Brand gesteckt
Gina H. wird vorgeworfen, Fabian am 10. Oktober 2025 aus Eifersucht mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche mit Grillanzünder in Brand gesteckt zu haben. Einen Tag vor dem Verschwinden des Jungen hatte sich Fabians Vater endgültig von ihr getrennt. Probleme hatte es aber schon seit August gegeben. Die Rede ist von Eifersucht und Kontrollzwang. Kurz nach Fabians Verschwinden soll Matthias R. noch gesagt haben, er könne sich vorstellen, dass seine Ex etwas damit zu tun hat. Mittlerweile ist er offenbar von ihrer Unschuld überzeugt. Seit November sitzt Gina H. in U-Haft, seit Dezember sind die beiden wieder ein Paar.
Das verraten die abgehörten Telefongespräche
Gina H. hatte die Leiche des Jungen am 14. Oktober 2025 angeblich zufällig bei einem Spaziergang mit einer Freundin an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Sie geriet schnell in Verdacht. Die Polizei hörte deshalb ihr Handy ab. Zwei dieser Telefonate hatte das Gericht bereits am vergangenen Prozesstag abgespielt.
„Dann hat der ganze Scheiß ein Ende“
In einem Telefonat vom 17. Oktober 2025 sprach Gina H. etwa mit ihrem Nachbarn Olaf K. Zunächst tauschten sich die beiden unter anderem darüber aus, dass die Polizei mehrere Handys „gespiegelt“ habe. Die Angeklagte: „Solange nicht jemand gefunden ist, werde ich für alle die Schuldige sein.“ Und weiter: „Ja genau, ich habe auch nichts Besseres zu tun, als Fabian umzubringen? Weißt du, ich rufe morgen gleich bei der Polizei an und sage: Ich bin die Schuldige! Dann haben sie alles, was sie wollen, und dann hat der ganze Scheiß ein Ende.“ Dann behauptete sie, ihr wolle jemand etwas „anhängen“. Und machte sich Sorgen, weil in ihrem Auto noch eine Flasche Grillanzünder liegen könnte.
Auch Fabians Mutter wieder im Gericht
Einen Tag später hörten die Ermittler ein Gespräch mit einem Bekannten mit. Davon wurden bisher nur wenige Minuten vorgespielt. Gina H.: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich habe nichts getan.“ Dann wieder die Sorge um den Brandbeschleuniger: „Ich bete dafür, dass der nicht im Auto ist, sonst hängen die mir doch gleich den Scheiß an.“
Tatsächlich war dieses Telefongespräch zwei Stunden lang. Die verbleibenden Minuten könnten am Dienstag noch einmal Thema werden. Außerdem wird ein Kriminaloberkommissar Details zur Handyauswertung schildern.