Lübbecke (NRW) – Eine große deutsche Modekette ist in finanzielle Schieflage geraten. Das Unternehmen, das insgesamt 113 Filialen hat, musste Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Damit soll versucht werden, die Zukunft der Kette zu sichern. Insgesamt stehen rund 600 Jobs auf der Kippe.
Das Mode-Unternehmen mit Hauptsitz in Lübbecke (NRW) betreibt in Deutschland 107 Filialen und sechs in Österreich. Damit gehört die Liberty Damenmoden GmbH zu den größten Händlern für Damenmode im deutschsprachigen Raum.
Das Amtsgericht Bielefeld hat dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben, wie das Unternehmen gegenüber BILD bestätigt.
Was die Insolvenz für Kunden bedeutet
Zunächst soll sich für Kunden überraschend wenig ändern. Trotz des Insolvenzverfahrens bleiben die Liberty Woman-Geschäfte und auch der Onlineshop geöffnet. Gutscheine behalten ihre Gültigkeit. Auch Retouren und Reklamationen werden wie gewohnt bearbeitet und erstattet.
Das Unternehmen hofft nun, dass es sich, mit Unterstützung von Insolvenz-Experten, wieder sanieren kann. Vorläufiger Sachwalter ist Fachanwalt Hans-Joachim Berner. Eine schriftliche BILD-Anfrage beim Sachwalter blieb bislang unbeantwortet.
Gründe für die Schieflage
Liberty Woman selbst nennt gegenüber BILD gleich mehrere Probleme. Der Modehandel kämpft seit einiger Zeit mit einem schwierigen Marktumfeld und weniger Kunden in den Geschäften. Hinzu kam in diesem eher warmen Herbst die schwache Nachfrage nach Herbst- und Wintermode. „Unser Ziel ist es, Liberty Woman mit einem überzeugenden Sortiment, hoher Kundennähe und wirtschaftlich tragfähigen Strukturen neu aufzustellen. Wir wollen die Stärken unserer Marke und insbesondere die persönliche Beratung erhalten und die notwendigen Veränderungen konsequent umsetzen“, erklärt Geschäftsführer Oliver Lübbenjans gegenüber BILD.
So geht es jetzt weiter
Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung versuche die Liberty Damenmoden GmbH, sich wettbewerbsfähig aufzustellen: „Das Verfahren soll eine langfristig tragfähige Zukunft ermöglichen.“
So will die Modekette, die 1976 in Herford ihr erstes Geschäft eröffnete, auch weiterhin am Markt bleiben. Damals starteten sie mit sportlicher Kleidung für Damen und Herren. 1979 zog der Hauptsitz nach Lübbecke, und ab 1990 konzentrierte man sich ausschließlich auf Damenmode.