Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die stockenden Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs wieder in Gang bringen. Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Regierungschef Keir Starmer treffen sich zu diesem Zweck am Abend in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Selenskyj hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Donnerstag ein Treffen angeboten, um die »Schlüsselfragen« auf dem Weg zu einer Friedensvereinbarung direkt zu klären. Er sprach sich dafür aus, neben den USA als Vermittler auch die europäischen Alliierten der Ukraine einzubinden. Putin hatte den Vorstoß abgelehnt und gesagt, er sehe darin »noch keinen Sinn«. Der ukrainische Präsident warf Putin daraufhin vor, er wolle den Krieg »einfach nicht beenden«.
Vorbereitung für Verhandlungen
Die Europäer gehen trotzdem davon aus, dass sich Russland Verhandlungen langfristig nicht verweigern kann. Sie wollen mit am Tisch sitzen, wenn der Prozess wieder in Gang kommt. »Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland«, hieß es aus deutschen Regierungskreisen. Während des Treffens in London wolle man sich darauf vorbereiten.
Nach Angaben aus Paris soll es um die weitere Unterstützung der Ukraine und den verstärkten Druck auf Russland gehen. Zudem solle es eine Bestandsaufnahme der Arbeiten der sogenannten Koalition der Willigen geben. Zu dieser Gruppe zählen etwa 35 überwiegend europäische Länder, darunter Deutschland.
Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe intensiviert. Die Bemühungen um eine Beendigung des mittlerweile seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA kommen derweil kaum voran.