Politik

Martenstein kritisiert Steinmeiers Standardfloskeln

Martenstein kritisiert Steinmeiers Standardfloskeln
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es war ein Routinetermin, stimmt’s? Ich meine das nicht despektierlich. Wenn etwas immer wieder passiert, dann wird es irgendwann zur Gewohnheit.

Dagegen kann man nichts machen. In Deutschland sind schon so viele getötet worden. Männer und Frauen. Alte, Junge, Kinder. Hetero- und Homosexuelle, Leute mit und ohne Migrationshintergrund, Arme und Reiche.

All diese Toten sind so verschieden. Die Mörder sind alle ähnlich. Ihre Waffe ist entweder ein Messer oder ein Auto.

Sie haben nach dem Anschlag auf den Berliner CSD gesagt: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft.“

Das sagen Sie nämlich immer. Jedes Mal. Bei jeder Gedenkfeier zum Massaker auf dem Berliner Breitscheidplatz, 2016, sprechen Sie vom „Angriff auf unsere offene Gesellschaft“.

Die andere Floskel, „menschenfeindliche Ideologie“, kommt nach meiner Recherche nur bei rechtsradikalen Tätern.

Die Toten und ihre Familien sind Ihnen und Ihren Redenschreibern nicht mal die kleine Mühe wert, sich hin und wieder eine andere Phrase einfallen zu lassen.

Auch Friedrich Merz sprach übrigens vom „Angriff auf unsere Gesellschaft“. Eine Frau aus Polen ist tot. Wäre sie in Polen geblieben, würde sie noch leben.

Hochachtungsvoll,

Harald Martenstein

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