Politik

Mail von Martenstein: Hallo, ihr Digger!

Mail von Martenstein: Hallo, ihr Digger!
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Als Vater weiß ich, dass ihr inzwischen Millionen seid. Es gibt in Deutschland aktuell womöglich mehr Digger als SPD-Wähler.

Viele junge Menschen reden einander so an. Ein durchschnittlicher Youtuber verwendet in jedem seiner Beiträge mindestens 30-mal dieses Wort.

Auch „Digga“ gilt als korrekt. Ich weiß nicht, wo die sprachliche Diggergrenze liegt, irgendwo unter 35, schätze ich.

Zuerst habe ich ja immer „Dicker“ verstanden. Die Dicken waren aber meistens dünn. Na gut, man sagte ja auch „Alter“ zu seinen jungen Kumpels, bis vor einiger Zeit. Jetzt bist du ein Digger, Alter.

Das Wort kommt nicht etwa aus dem Englischen, sondern wahrscheinlich aus Hamburg. Im Hamburger Arbeitermilieu war der Digger laut „Wikipedia“ schon um 1900 verbreitet, verkürzt für „dicker Freund“.

Digger ist positiv gemeint. Dicke alte Menschen dĂĽrfen sehr stolz sein, wenn ihr Enkel sie Digger nennt.

Aber eines ist erstaunlich, ihr Digger. Es gibt von euch keine weibliche Form. Keine Diggerin, keine Gediggten oder Diggenden.

Meine KI bietet als weibliche Form „Maus“ und „Mäuschen“ an. Künstliche Intelligenz wird überschätzt, Digger.

Ihr Harald Martenstein

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