Rom – Als Papst Leo XIV. (71) in der vergangenen Woche zum Telefon griff, rief er nicht als Oberhaupt der katholischen Kirche an, sondern als jüngerer Bruder. Er sprach mit Louis Prevost (74), erzählte ihm, was ihm bevorstand. Wenige Tage später wurde Leo in Rom an der Lunge operiert, die Ärzte bestätigten Lungenkrebs. Doch während die Welt um den Papst bangt, kämpft auch Louis selbst gegen die Krankheit.
Der in Florida lebende ältere Bruder des Papstes leidet an einem Multiplen Myelom, einer Krebserkrankung der Plasmazellen. Seine Frau Deborah Prevost sagte CBS News, dass Louis derzeit im Rahmen einer klinischen Studie in einem Krankenhaus behandelt wird. Seine Diagnose bekam er bereits 2017. Zwei Jahre später folgte unter anderem eine Stammzellenbehandlung. Danach schlug die Krankheit jahrelang kaum noch an. Vor etwa drei Monaten kehrte der Krebs zurück – nachdem er lange zum Stillstand gekommen war. In welchem Stadium sich die Erkrankung inzwischen befindet, teilte seine Frau nicht mit.
Und so kämpfen plötzlich beide Brüder gleichzeitig gegen Krebs. Papst Leo XIV., mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, wurde am Dienstag operiert. Dabei entfernten die Ärzte den unteren Lappen seines rechten Lungenflügels. Die Untersuchung bestätigte anschließend ein Lungenadenokarzinom. Der Eingriff sei erfolgreich und ohne Komplikationen verlaufen.
Papst-Bruder hat bösartigen Krebs
Kurz zuvor hatten die Brüder noch miteinander gesprochen. „Er rief an, um uns mitzuteilen, was passieren wird“, erzählte Deborah Prevost über den Anruf des Papstes. Für die Familie sind es Tage zwischen Krankenhaus, Hoffnung und Gebeten: „Wir beten weiter und hoffen für beide auf das Beste.“
Bei einem Multiplen Myelom handelt es sich um eine bösartige Erkrankung, die die Blutbildung im Knochenmark beeinflusst. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe verändern sich dabei Zellen der eigenen Körperabwehr (Plasmazellen) anormal. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt. Zu den Risikofaktoren zählt ein hohes Lebensalter. Typische Folgen der Erkrankung sind oft Rückenschmerzen, Blutarmut und Nierenschäden.