Berlin – Rund 200 Milliarden Euro neue Schulden allein 2027, mehr als eine Billion Euro von 2026 bis 2030: Finanzminister Lars Klingbeil setzt auf geliehenes Geld, um Straßen, Schienen und die Bundeswehr zu modernisieren. Doch springt die Wirtschaft trotz der Milliarden nicht an, könnte Deutschlands Kreditwürdigkeit unter Druck geraten.
Nach Informationen des „Handelsblatts“ wächst in der Bundesregierung die Sorge, dass Deutschland wegen der hohen Schulden seine Bestnote verlieren könnte. Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte der Zeitung: „Wenn die Schulden hoch bleiben, das Wachstum aber nicht anspringt, könnten die Ratingagenturen Deutschlands Triple-A-Rating infrage stellen.“
Der Schuldenberg wächst rasant
Schon Anfang Juli hatte die Ratingagentur Scope in BILD gewarnt: Entscheidend sei, ob Klingbeil wirklich zusätzliches Geld investiere und ob die Projekte schnell starten. Versanden Projekte in der Bürokratie oder ersetzen die Milliarden nur bisherige Ausgaben, steigen die Schulden, ohne dass die Wirtschaft entsprechend wächst. Scope erwartet, dass Deutschlands Schuldenquote von 63,5 Prozent im Jahr 2025 auf rund 72 Prozent bis 2030 und rund 81 Prozent bis 2036 steigt.
Wie teuer eine schlechtere Kreditwürdigkeit werden könnte, zeigt eine interne Vorlage des Finanzministeriums, die dem „Handelsblatt“ vorliegt. Steigen die Zinsen um einen Prozentpunkt, würden die Kosten zunächst um 2,1 Milliarden Euro wachsen. Mittelfristig könnten es 17,3 Milliarden Euro mehr pro Jahr sein. Klingbeils Rechnung geht nur auf, wenn die neuen Schulden Wachstum schaffen. Bleibt der Aufschwung aus, zahlen am Ende die Steuerzahler.