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Krankschreibung ab dem 1. Tag: Jetzt geht Ricarda Lang auf Kanzler Merz los!

Krankschreibung ab dem 1. Tag: Jetzt geht Ricarda Lang auf Kanzler Merz los!
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Berlin – Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag sorgt für scharfe Kritik – nicht nur bei Ärztevertretern, sondern auch bei der politischen Konkurrenz. Grünen-Politikerin Ricarda Lang warnt in BILD: Die Pläne der Bundesregierung könnten am Ende genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen sollen. „Die einen schleppen sich krank zur Arbeit, stecken ihre Kollegen an und verschleppen den Infekt. Die anderen rennen auch mit einer handelsüblichen Erkältung zum Arzt, statt sich zu erholen – nur, um sich im Wartezimmer noch etwas Ärgeres einzufangen.“

Besonders hart treffe die geplante Attestpflicht nach Ansicht der früheren Grünen-Vorsitzenden junge Eltern mit kleinen Kindern. Das Ergebnis sei, dass die Menschen länger krank seien und „noch länger auf ihren Termin beim Hausarzt“ warten müssten, erklärte Lang in BILD. „Das ist schlecht für die Bürger und schlecht für die Wirtschaft.“

Wolle die Bundesregierung den Krankenstand wirklich senken, müsse sie nach Ansicht von Lang in Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz investieren, den Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe erleichtern und den Stress reduzieren. Langs Forderung: „Wir müssen die Krankheiten und Gesundheitsrisiken bekämpfen, nicht die Kranken.“

Lang nimmt sich Kanzler Merz direkt vor

Insbesondere Friedrich Merz (70, CDU) wirft die Grünen-Politikerin Empathielosigkeit vor. Zu BILD sagt sie, der Kanzler spreche „ein Misstrauensvotum gegen die eigene Bevölkerung aus“. „Wer den Laden tagtäglich am Laufen hält, sich im Winter aber mal die Grippe einfängt“, sei für ihn ein „Wettbewerbsnachteil, den wir uns nicht mehr leisten können“.

„Was bleibt, ist noch mehr Druck auf die vielen Menschen, die zwischen Job und Kita-Abholung ohnehin schon erschöpft der nächsten Mieterhöhung hinterherrennen“, so Lang weiter. Es werde gerade viel darüber geredet, wie Politik das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen könne. „Ein erster Schritt wäre, dass Friedrich Merz anfängt, den Menschen in diesem Land zu vertrauen.“

Kassenärzte-Chef warnt vor Bürokratie

Auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Zu BILD sagt er: „Die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag bei gleichzeitiger Abschaffung der telefonischen Krankschreibung wäre das Gegenteil von Bürokratieabbau. Damit kommen noch mehr Menschen in die Praxen, die eh schon voll sind.“

Gassen spricht sich stattdessen für die Einführung eines Karenztags aus. Damit würde am ersten Krankheitstag kein Gehalt gezahlt. Die ebenfalls geplante Termingarantie für Fachärzte bezeichnete Gassen als „grotesk, nachdem man im Spargesetz den Praxen Milliarden an Honorar wegnimmt“.

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