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Knollenblätterpilz: Mann stirbt trotz Notfall-Transplantation

Knollenblätterpilz: Mann stirbt trotz Notfall-Transplantation
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Hannover – Die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mussten in diesem Herbst bereits vier Menschen mit schwersten Pilzvergiftungen behandeln. Ein Mann starb. Allein im September musste das Giftinformationszentrum Nord rund 300 Beratungsfälle bearbeiten, fast doppelt so viele wie normalerweise.

Mann aus Herford stirbt an Pilzvergiftung

Von den vier Patienten in der MHH konnten zwei dank eines schnell verabreichten Gegengifts gerettet werden, ein weiterer dank einer schnellen Lebertransplantation. Ein Mann aus dem Kreis Herford (Nordrhein-Westfalen) wurde mit schwersten Vergiftungserscheinungen nach Hannover verlegt. Doch trotz Notfall-Transplantation starb der Mann am Folgetag. Der Pilzsammler hatte den hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz mit einem Champignon verwechselt.

Tödliche Verwechslung

Laut MHH ist der Knollenblätterpilz einer der giftigsten Pilze Deutschlands und für 90 Prozent aller tödlichen Vergiftungen verantwortlich. Viele Betroffene stammen aus Ländern wie Russland, der Ukraine, dem Nahen Osten und Afghanistan. Prof. Dr. Richard Taubert von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie: „In den Heimatländern der Betroffenen ist der Knollenblätterpilz weniger verbreitet. Hier in Deutschland wird aufgrund von Unkenntnis die Gefahr des Pilzesammelns oft nicht ausreichend ernst genommen.“ Der Grüne Knollenblätterpilz ähnelt dem Champignon, seine Lamellen bleiben aber in jedem Alter weiß, die des Champignons verfärben sich sehr dunkel.

Gift zerstört die Leber

Amanitin, das Hauptgift des Grünen Knollenblätterpilzes, ist besonders tückisch: Es wird weder durch Kochen noch Trocknen zerstört. Es wandert über den Blutkreislauf in die Leber, lässt Zellen absterben. Danach greift es auch andere Organe an. Bis erste Symptome (Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall) auftreten, hat sich das Gift schon im Körper verteilt. Oft klingen die Beschwerden dann ab. Professor Taubert: „Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein, sodass nur noch eine Lebertransplantation das Leben der Patienten retten kann.“ Doch bei dem Mann aus Herford kam auch diese Hilfe zu spät.

Die Experten raten, jeden gefundenen Pilz durch einen Sachverständigen überprüfen zu lassen und sich nicht auf KI oder Apps zu verlassen. Im Notfall sofort einen Notarzt rufen und auf den Verzehr von Pilzen hinweisen. Nur so kann das Gegengift rechtzeitig wirken. Schnelle Hilfe gibt es auch beim Giftinformationszentrum Nord unter der Telefonnummer 0551 – 19240. Das Telefon ist rund um die Uhr besetzt.

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