Leuna (Sachsen-Anhalt) – Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für die Leuna-Polyamid GmbH eröffnet. Die Rettung ist gescheitert, ein Investor wurde nicht gefunden. Jetzt werden die Anlagen heruntergefahren und stillgelegt. Doch selbst dafür reicht das Geld nicht.
Für rund 440 Beschäftigte bedeutet das Aus: Sie erhalten im Oktober ihre Kündigungen. Ihr Arbeitsverhältnis endet Ende Januar. In dieser Zeit helfen die Mitarbeiter noch beim Stilllegen der Anlagen und werden aus der Insolvenzmasse bezahlt.
Was jetzt mit dem Unternehmen passiert
Noch Anfang September hatte die Firmenleitung auf eine Lösung gehofft. Doch die Suche nach einem Käufer für das Unternehmen in Leuna scheiterte endgültig. Die letzten Produkte verlassen in den ersten Oktobertagen die Anlage. Danach werden die riesigen Industrieanlagen gesichert, entleert und gereinigt.
„In der Insolvenzmasse ist nicht genügend Geld vorhanden, um die erforderliche Stilllegung und den Rückbau des riesigen Chemie-Areals vollständig zu finanzieren“, sagt der Insolvenzverwalter. Deshalb wurden große Teile der Immobilien und Anlagen aus der Insolvenzmasse freigegeben. Die Folge: Die Verantwortung für die Gefahrenabwehr geht auf das Land Sachsen-Anhalt über.
Das Land muss nun sicherstellen, dass von den stillgelegten Anlagen keine Gefahren für Sicherheit und Umwelt ausgehen. Die Überwachung des Stilllegungsbetriebs übernimmt Sachsen-Anhalt.
Insolvenz und Absturz
Dabei war die Leuna-Polyamid GmbH erst im April an den Start gegangen und hatte den Geschäftsbetrieb der bereits insolventen DOMO Caproleuna GmbH übernommen. Doch der Neustart misslang. Nach Angaben des Unternehmens verschärften stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten infolge des Iran-Krieges die wirtschaftliche Lage massiv. Am 17. Juni zog die Geschäftsführung die Reißleine und beantragte Insolvenz.
Jetzt ist klar: Für den Nylon-Hersteller gibt es keine Zukunft mehr. Während die Anlagen nach und nach abgeschaltet werden, bangen Hunderte Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft.