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Inferno von Crans-Montana: Bar-Betreiber soll Ehefrau verprügelt haben

Inferno von Crans-Montana: Bar-Betreiber soll Ehefrau verprügelt haben
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Crans-Montana (Schweiz) – 41 Tote, 115 Verletzte. Eine Silvesternacht, deren Folgen die Überlebenden bis heute quälen. In der neuen Folge von „IM EINSATZ“ rekonstruiert BILD-Reporter Jörg Völkerling die Brandkatastrophe von Crans-Montana – und berichtet von neuen Vorwürfen gegen Betreiber Jacques Moretti.

Was als ausgelassene Feier im Untergeschoss der Bar „Le Constellation“ begann, verwandelte sich binnen weniger Minuten in ein Inferno. An Champagnerflaschen befestigte Wunderkerzen kamen der Schaumstoffverkleidung an der Decke zu nah: Das Material fing Feuer, Flammen und pechschwarzer Rauch breiteten sich blitzschnell aus. Der Partykeller der Bar wurde zur Todesfalle. 11 Monate danach laufen die Ermittlungen gegen das Betreiberpaar noch immer – doch Jacques Morettis Ehefrau Jessica ist plötzlich nicht mehr vernehmungsfähig.

Bar-Betreiber soll Ehefrau verprügelt haben

Denn gegen Jacques Moretti wird nun auch wegen des Verdachts häuslicher Gewalt ermittelt: Er soll seine Ehefrau verprügelt und ihr Kopfverletzungen zugefügt haben. Moretti sitzt deshalb wieder in U-Haft. Seine Ehefrau erklärte, psychisch nicht in der Lage zu sein, an einer weiteren Vernehmung zum Brand teilzunehmen.

„Die Verteidiger haben den Übergriff bestätigt“, berichtet Völkerling in der neuen Podcast-Folge. Die Hintergründe seien laut Anwalt auch auf den immensen Druck zurückzuführen, der auf dem Paar laste. Denn den Morettis drohen eventuell mehr als die zunächst im Raum stehenden drei Jahre Haft.

Fluchttreppe war nur 1,37 Meter breit

„Die fast 80 Anwälte der 280 Kläger sehen in all den Versäumnissen und Nachlässigkeiten einen Eventualvorsatz“, so Völkerling. Bedeutet: Sollte sich beweisen lassen, dass die Betreiber die Leben ihrer Gäste bewusst aufs Spiel gesetzt haben, könnten die Gefängnisstrafen deutlich länger ausfallen.

Die Liste der Versäumnisse, erklärt Völkerling, habe sich während der Ermittlungen deutlich verlängert. Die Fluchttreppe aus dem Keller hatte Moretti von 3 auf 1,37 Meter Breite verschmälert. Notausgänge waren verschlossen oder verstellt. Woher er die leicht entzündliche Schaumstoffverkleidung hatte, die binnen Sekunden in Brand geriet, konnte Moretti bislang nicht schlüssig erklären.

Ermittlungen gegen Behörden

Doch die Frage nach der Verantwortung beschränkt sich längst nicht mehr allein auf die Betreiber. Auch Mitarbeiter der Gemeinde stehen im Fokus der Ermittlungen. Die Behörden hatten die Bar offenbar jahrelang nicht regelmäßig kontrolliert. Völkerlings Fazit: „Die juristische Aufarbeitung – auch der Schuld der Gemeinde – wird sich sicherlich fast ein Jahrzehnt lang hinziehen.“

Die ganze Rekonstruktion der Brandkatastrophe gibt es in der neuen Folge von „IM EINSATZ“.

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