Sport

Hoffentlich erinnert sich Klopp daran, wenn er Bundestrainer wird!

Hoffentlich erinnert sich Klopp daran, wenn er Bundestrainer wird!
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Am späten Samstagabend hätten wir bei der WM gegen den Topfavoriten Frankreich gespielt. Das hat sich ja nun erledigt! Aber vielleicht ist das sogar ganz gut so. Denn wahrscheinlich hätten wir uns noch mehr blamiert als ohnehin schon. Warum sind die Franzosen eigentlich so viel besser als wir? Das war ja früher eher andersherum.

Toni Kroos hat recht, wenn er sagt, dass wir zwar auch Spieler mit Weltklasse-Potenzial haben, zum Beispiel Wirtz und Musiala, dass dieses Potenzial aber nicht auf den Platz gebracht wird. Bei Frankreich ist das ganz anders.

Kylian Mbappé - liefert!

Ousmane Dembélé - liefert!

Michael Olise - liefert!

Die ganze Mannschaft - liefert!

99 in Frankreich geborene Spieler bei der WM

Die Franzosen haben ein unerschöpfliches Reservoir an Superstars. Bei dieser WM wurden 99 Spieler gemeldet, die in Frankreich geboren wurden und (wenigstens mit zweiter Staatsangehörigkeit) Franzosen sind. Also fast vier volle Kader.

Oft wird erzählt, die Talente kämen, wie zum Beispiel Mbappé, aus den Banlieues, den Pariser Problemvierteln, wo die Regierung Bolzplätze baut, damit die Jungs nicht auf dumme Gedanken kommen. Und die Spieler würden den Fußball als sozialen Aufstieg nutzen.

Aber mir ist das zu einfach. In unseren Städten gibt es auch Problemviertel, und nicht jeder Star der Franzosen kommt aus den Banlieues. Vor allem gibt es eine perfekte Nachwuchsförderung.

Das Ausbildungsinstitut „National du Football“ in Clairefontaine liegt mitten im Wald, 50 Kilometer südwestlich von Paris. Hier werden Fußball und Schule auf höchstem Niveau kombiniert. Es gibt neun Fußballplätze, und der letzte Bus kommt um halb neun. 2000 Talente stellen sich vor, 25 pro Jahrgang werden angenommen. 1988 eröffnet, wurde Frankreich danach zweimal Weltmeister und einmal Europameister!

Bei uns gibt es so etwas nicht. Wir bilden in den Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Klubs aus. Jeder Trainer trainiert gefühlt etwas anderes. Jürgen Klopp hat schon während der WM gesagt, ab der U10 müsse alles hinterfragt werden. Hoffentlich erinnert er sich dran, sollte er Bundestrainer werden.

Zum dritten Mal haben wir uns jetzt bei Weltmeisterschaften blamiert. Und jedes Mal ist das Problem der Nachwuchsarbeit angesprochen worden. Passiert ist genau – nichts!!!

Deshalb sollte jetzt nicht nur über das Ende des Bundestrainers gesprochen werden. Sondern vor allem auch über die Funktionäre an der Spitze des DFB. Und zwar besser heute als morgen! Auch sie haben ihren Anteil am WM-Aus!

Vielleicht verpasst