Brüssel – Hitze-Kollaps in der EU-Zentrale! Die Europäische Kommission musste am Freitag die Klimaanlage in ihrem Hauptgebäude abschalten. Der Grund: ausgerechnet die extreme Hitzewelle, die Europa seit Tagen im Griff hat. Mehr als 3000 Mitarbeiter waren betroffen – Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen (67, CDU) musste allerdings nicht schwitzen.
Die rund 3000 Mitarbeiter erhielten mittags eine Kurznachricht auf ihre Handys: „BERL – DRINGEND – Aufgrund extremer Wetterbedingungen wird das Kühlsystem von Stockwerk 1 bis 7 des Berlaymont-Gebäudes den Rest des Tages zwangsweise abgeschaltet.“
Kommissare schwitzen nicht
Das 13-stöckige Gebäude beherbergt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, ihre 26 Kommissare und etwa 3000 Beschäftigte. Von der Leyen arbeitet im 13. Stock, die meisten Kommissare haben ihre Büros ab dem achten Stockwerk oder höher – dort lief die Klimaanlage weiter.
„Das ist wie Feudalismus“, wütet ein Kommissions-Mitarbeiter aus den unteren Etagen des Gebäudes bei „Politico“ (gehört wie BILD zu Axel Springer). Ein zweiter Kollege nannte es gar eine „Schande“. Ein dritter EU-Beschäftigter aus dem achten Stock berichtete, dass trotz funktionierender Klimaanlage die Temperatur drinnen noch 25,7 Grad Celsius betrug.
Ärger über Hitze-Tipps
Belgien und weite Teile Europas leiden seit einer Woche unter der Gluthitze mit Rekordtemperaturen. Die Kommission hatte ihren Mitarbeitern bereits Anfang der Woche Ratschläge gegeben: nicht in der heißesten Tageszeit nach draußen zu gehen, regelmäßig Wasser zu trinken und früher mit der Arbeit zu beginnen.
Doch die Tipps sorgten für Unmut bei Beschäftigten, die in Gebäuden ohne Klimaanlage arbeiten – darunter die Generaldirektion Landwirtschaft. Auch das Europäische Parlament hatte diese Woche mit Stromausfällen zu kämpfen, weil das Kühlsystem auf Hochtouren lief.