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Große Parfümerie-Kette pleite: 13 Filialen von Insolvenz betroffen

Große Parfümerie-Kette pleite: 13 Filialen von Insolvenz betroffen
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Bautzen (Sachsen) – Es ist eine niederschmetternde Nachricht für den Einzelhandel: Eine große Parfümerie-Kette in Ostdeutschland ist pleite. Das Unternehmen mit 13 Filialen in drei Bundesländern und einem Online-Shop hat Insolvenz angemeldet.

Die Ladengeschäfte der Parfümerie Thiemann sind in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bekannt. Standorte sind unter anderem Dresden, Leipzig, Halle, Bautzen, Görlitz, Freiberg, Pirna, Freital, Cottbus. Das Unternehmen wurde 1990 in Bautzen gegründet und ist heute nach eigenen Angaben die größte inhabergeführte Parfümeriekette Ostdeutschlands.

Das sind die Gründe für die Insolvenz

Als Hauptursache der Krise und für die Insolvenz nennt das Unternehmen die Corona-Pandemie. Umsätze seien eingebrochen, während Mieten und Gehälter weiterliefen. Um während der Lockdowns die laufenden Kosten dafür zu stemmen, hätten erhebliche Kredite aufgenommen werden müssen. Diese finanzielle Last wirke bis heute nach. Schuldenfrei war das Unternehmen allerdings auch vor Corona nicht. Und Corona sei auch nicht allein verantwortlich.

Viele Einkaufscenter hätten die früheren Besucherzahlen nicht wieder erreicht, während langfristige Mietverträge weiterliefen. „Frequenzen gingen zurück, Leerstände nahmen zu, Kosten und Mieten stiegen weiter“, so das Unternehmen auf der eigenen Homepage. Die hohen Mieten belasten auch vor dem Hintergrund aktueller Kaufzurückhaltung, die der Einzelhandel derzeit zu spüren bekommt.

Alle Filialen kommen auf dem Prüfstand

„Zum jetzigen Zeitpunkt werden alle Standorte geprüft. Dabei geht es darum, welche Filialen langfristig wirtschaftlich tragfähig sind“, so das Unternehmen. Es geht darum, welche sich noch lohnen und welche nicht. Und weiter: „Unser Ziel ist es, so viel wie möglich zu erhalten, aber nur dort, wo es auch wirtschaftlich verantwortbar ist.“ Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten würden erst kommuniziert, wenn sie belastbar feststehen. Mehr als 60 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Kündigungen werden nicht ausgeschlossen.

Der Verkauf in den Ladengeschäften und im Onlineshop laufe zunächst weiter. Ziel der Sanierung sei es, möglichst viele Filialen zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern, so das Unternehmen.

Die Betreiberfamilie betont: Es gehe nicht um Geschäftsaufgabe, sondern um Sanierung. „Wir bitten in dieser Phase nicht um Mitleid. Wir bitten um Vertrauen.“ Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre nämlich, wenn noch mehr Kunden wegbrechen würden.

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