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Giftmülldeponie pleite: Insolvenz könnte Land 130 Millionen Euro kosten

Giftmülldeponie pleite: Insolvenz könnte Land 130 Millionen Euro kosten
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Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) – Tief unter der Erde lagern Tausende Tonnen gefährlicher Abfälle mit Quecksilber, Arsen und anderen Chemieresten. Jetzt ist der Betreiber der Giftmülldeponie insolvent. Für Sachsen-Anhalt könnte das teuer werden: Im schlimmsten Fall drohen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH (GTS) hat Insolvenz angemeldet. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung (MZ). Der Betreiber der Untertagedeponie konnte die hohen Kosten für die langfristige Sicherung des ehemaligen Bergwerks nicht mehr tragen.

Was ist das für ein Bergwerk?

In dem stillgelegten Salz- und Kalibergwerk werden Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen mit Quecksilber und Arsen sowie chemische Flüssigkeiten eingelagert. Die Abfälle dienen nicht nur der Entsorgung, sondern stabilisieren auch die Grube. Rund 700 Meter unter Teutschenthal erstreckt sich ein weitverzweigtes Netz aus Stollen und Hohlräumen des 1982 stillgelegten Bergwerks.

Warum die Insolvenz so teuer werden könnte

Der Betrieb läuft zunächst weiter. Die rund 100 Mitarbeiter erhalten ihre Löhne für drei Monate über Insolvenzgeld. „Ab Oktober benötigen wir jedoch eine Lösung“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther der MZ. Besonders teuer könnte die Insolvenz für Sachsen-Anhalt werden. Sollte sich kein Käufer oder Investor finden, müsste das Land die Stilllegung und Sicherung des Bergwerks übernehmen. Eine frühere Hochrechnung des Wirtschaftsministeriums ging laut MZ von Kosten von rund 130 Millionen Euro aus.

Die Grube Teutschenthal gilt als Problemfall. Bereits 1916, 1940 und 1996 stürzten dort große Hohlräume ein. Der Gebirgsschlag von 1996 verursachte Schäden an Gebäuden in der Region. 2019 wurden bei Verpuffungen in der Grube zwei Arbeiter verletzt.

Wie es zur Pleite kam

Die GTS fordert seit Langem zusätzliche Unterstützung des Landes. Laut Unternehmen reichen die Einnahmen aus der Einlagerung nicht aus, um die Sicherung des Bergwerks zu finanzieren. Sachsen-Anhalt lehnte jedoch die Forderung nach einem millionenschweren Fonds ab. Trotz der Insolvenz will das Land die Anlage nicht übernehmen.

Findet sich kein privater Nachfolger, soll das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Gefahr abwenden. Wer die gewaltigen Kosten am Ende tragen wird, ist also weiterhin offen.

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