Wuppertal (NRW) – Sie kochte ihrem Noch-Ehemann sein Lieblingsgericht – weiße Bohnen mit Speck – und soll es dann mit dem tödlichen Gift des Blauen Eisenhuts (Aconitum napellus) versetzt haben. Vor dem Landgericht in Wuppertal muss sich seit heute Silke F. (59) aus Velbert verantworten, die Anfang November des vergangenen Jahres versucht haben soll, ihren Ehemann, den Straßenarbeiter Detlef F. (57), zu vergiften.
Mit angeklagt ist auch ihre Freundin Heidi (60) aus dem fränkischen Fürth (Bayern). Sie soll das Mordkomplott unterstützt und bei der Beschaffung giftiger Pflanzen sowie mit Ratschlägen über WhatsApp geholfen haben.
Angeklagte befürchtete finanzielle Nachteile
Der Grund für den geplanten Giftanschlag: Ihr Noch-Ehemann hatte sich nach etwa 20 gemeinsamen Jahren von ihr getrennt und wollte sich scheiden lassen. Außerdem hatte er bereits eine Beziehung mit einer neuen Lebensgefährtin aufgenommen. Im Falle einer Scheidung habe Silke F. befürchtet, finanzielle Nachteile zu erleiden. Offenbar hatte sie es auf die Witwenrente abgesehen. Nach BILD-Informationen wären es für die Gelegenheitsarbeiterin etwa 300 bis 400 Euro im Monat gewesen.
Pelziger Geschmack auf der Zunge
Ihren Giftplan setzte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anfang November 2025 um. Silke kochte für ihren Noch-Ehemann am 6. November dicke Bohnen mit Speck – sein Leibgericht. „Ich weiß doch, dass du die magst“, soll sie gesagt haben. Was er nicht wusste: Sie hatte an diesem Tag offenbar zwei Töpfe gekocht, einen für ihn, den anderen für sich selbst.
Nichtsahnend aß er die vergifteten Speck-Bohnen und erinnert sich im Gespräch mit BILD an den Verzehr der verhängnisvollen Mahlzeit: „Schnell wurde mir komisch, die Zunge war immer noch ganz pelzig, der Mund ausgetrocknet.“ Dann plötzlich: Herzrasen, Atemnot, Druck auf der Brust!
Opfer ins künstliche Koma versetzt
Seine neue Freundin wählte den Notruf und alarmierte den Rettungsdienst. Per Rettungswagen wurde er mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus Velbert-Niederberg gebracht. Detlef: „Ich dachte, ich muss sterben. Ich habe mich von meiner Freundin verabschiedet.“
In der Klinik versetzten ihn die Ärzte ins künstliche Koma – er befand sich in Lebensgefahr. Ärzte pumpten ihm den Magen aus und konnten ihn schließlich stabilisieren. Der damals 56-Jährige überlebte knapp. Später wurde der Mageninhalt untersucht. Das Ergebnis: Aconitin – ein hochgiftiger Stoff aus dem Blauen Eisenhut. Bereits kleinste Mengen können tödlich sein.
Am 27. November wurde Silke F. festgenommen. Sie sitzt seitdem wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Ermittler soll sie die weißen Bohnen mit Speck mit dem Gift aus der toxischen Pflanze versetzt haben.