Politik

Friedrich Merz unter Druck: Krisentreffen in CDU-Zentrale

Friedrich Merz unter Druck: Krisentreffen in CDU-Zentrale
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Kommt es zum Merz-Showdown im Konrad-Adenauer-Haus? Nach wilden Putsch-Gerüchten, Wahldesastern und Umfrageabstürzen steht Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz (70) massiv unter Druck. Jetzt trifft er sich mit dem Präsidium seiner Partei in der CDU-Zentrale in Berlin. Lichtblick für Merz: Im aktuellen Sonntagstrend von INSA für BILD gewinnt die Union einen Prozentpunkt hinzu. Sie liegt jetzt bundesweit bei 19 Prozent. Am vergangenen Wochenende waren es noch 18 Prozent.

Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei dem Treffen vor allem die CDU-Ministerpräsidenten Antworten vom Parteichef erwarten. Denn: Sie fordern von Merz einen Kurswechsel! CO2‑Abgabe aussetzen, keine neuen Steuern (u. a. auf Zucker, Tabak und Schaumwein), härteres Vorgehen gegen Clan-Kriminalität und Antisemitismus sowie konsequentere Abschiebungen und schärfere Maßnahmen gegen Gefährder. Notfalls auch gegen den Widerstand der SPD.

Doch Merz will ihnen bei dem Treffen klarmachen: Ihre Wünsche würden zweistellige Milliarden kosten – nicht bezahlbar. Deshalb will der Bundeskanzler nach BILD-Informationen die Ministerpräsidenten und das CDU-Präsidium klar auf seinen Sparkurs festlegen. Und: Er wünscht sich von ihnen ein klares Bekenntnis zu seiner Führung!

Auch auf der Tagesordnung: der Kurs gegenüber der AfD. Gemeint ist die Brandmauer! Mehrere Unions-Granden machten das Thema vor dem Treffen zum zentralen Streitpunkt. So kritisierten unter anderem der CSU-Politiker Manfred Weber (54) und einzelne CDU-Abgeordnete öffentlich das Konzept einer „Brandmauer“ gegenüber der AfD. Weber lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD allerdings weiterhin ab. Bundesbildungsministerin Karin Prien (61, CDU) verteidigte hingegen die klare politische Abgrenzung zur AfD.

Einen Frontalangriff auf Merz hatte kurz vor dem CDU-Treffen Ex-CSU-Chef Horst Seehofer (77) gestartet. Er sagte in BILD: „Friedrich Merz hat durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten.“

Das CDU-Präsidium kommt am Sonntag und Montag zusammen, um die Ursachen für die Wahlniederlagen im September zu analysieren und Konsequenzen daraus abzuleiten. Dabei sollen vor allem die Alltagsprobleme der Menschen stärker in den Mittelpunkt rücken.

Vielleicht verpasst