Brannenburg – Gibt es noch Hoffnung für die traditionsreiche Privatschule im bayerischen Voralpenland? Das herrliche Anwesen mit Internat ist pleite: Die Institut Schloss Brannenburg GmbH hat beim Amtsgericht Rosenheim Insolvenz angemeldet. Bereits im Juli 2026 soll der Schulbetrieb beendet werden. Doch der Insolvenzverwalter gibt nicht auf!
Ab dem Schuljahr 2026/2027 gibt es im Schloss Brannenburg keinen Unterricht mehr, das teilte das Institut mit. Also, keine Chance für eine Zukunft der Schule, an der Schauspieler und Regisseur Michael „Bully“ Herbig (58, „Der Schuh des Manitu“) seinen Realschulabschluss gemacht hat? Er besuchte das traumhafte Anwesen in Bayern in den 1980er-Jahren.
„Die Schüler schreiben gerade ihre Abschlussarbeiten. Unser Ziel ist es, den Schulbetrieb bis zum Ende des Schuljahres stabil aufrechtzuerhalten. Es ist etwas anderes, ob eine Schuhfabrik schließt oder eine Schule dichtmachen muss. Das Wichtigste für die Schüler ist zunächst der Schulabschluss“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Harald Schwartz (57) gegenüber BILD.
Wer Interesse an dem Schloss hat
Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. „Die Entscheidung ist bis jetzt nicht final, obwohl es das wahrscheinliche Szenario ist. Es gibt Interesse an der Fortführung der Schule“, sagt der Sanierungsexperte. Bei den möglichen Investoren handele es sich um zwei deutsche Betreiber von privaten Schulen und Internaten. „Die sind also nicht sachfremd, sondern seriöse Bewerber aus der Branche.“ Als Nächstes werden die Unterlagen mit Details zum Betrieb wie Lohnsummen und Fixkosten für das Schloss Brannenburg verschickt, so Schwartz weiter.
Dagegen hatte die Institutsleitung mitgeteilt: „Bedauerlicherweise ist das Konzept einer privaten Realschule in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar. Die steigenden Betriebskosten unseres historischen Gebäudes und die sinkende Auslastung bei den Schülerzahlen haben uns daher gezwungen, diesen Schritt zu gehen.“ Die Insolvenz sei unvermeidbar gewesen.
Die Gründe für die Insolvenz der Schule
Tatsächlich waren 2024/25 nur noch 35 Realschüler, verteilt auf sechs Klassenstufen von 5 bis 10, und 17 Schüler an der Fachoberschule (FOS) in zwei Jahrgangsstufen, der 11. und 12. Klasse, eingeschrieben. Dagegen stehen 43 Beschäftigte auf der Gehaltsliste, darunter allein 25 Lehrkräfte.
Jahrelang wurde das Institut mit 100 bis 120 Internatsplätzen beworben. Hinzu kamen hohe Fixkosten für die Schule mit Schlossanlage, Verwaltung und Küche. Die Realschule mit Internat kostet 2670 Euro pro Monat, die FOS mit Internat 2940 Euro monatlich. Tagesschüler zahlen für die Realschule 1330 Euro monatlich. „Es gibt eben immer weniger Eltern, die bereit und in der Lage sind, diese Kosten privat zu bezahlen“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.
Besonders ins Gewicht fallen die Unterhaltskosten des Gebäudes. Seine Ursprünge reichen auf eine Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück. Die Schule selbst spricht davon, dass das Schloss „seit über 60 Jahren“ als Internat und Schule genutzt wird.