Berlin – Der Besuch des Clan-Oberhauptes Issa Remmo (58) bei Partys der Berliner Linken sorgt weiter für Aufregung. Schließlich stecken Mitglieder der Familie hinter Raubzügen, etwa auf das Bode-Museum in Berlin und das Grüne Gewölbe in Dresden. Bei der Linken dementierte man schnell, etwas mit dem Clan-Boss zu tun zu haben – er sei nicht eingeladen gewesen. Auch habe man ihn aufgefordert, die Feier zu verlassen.
Doch der Instagram-Post eines Sohnes von Issa Remmo wirft ein anderes Licht auf die Sache. Denn er zeigt eine angebliche Chat-Nachricht, in der Neuköllns Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak (47) im Februar an den Remmo-Sohn schreibt: „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater.“
Dann postet Koçak eine Rede von sich, in der er über „Clans“ spricht. Dazu schreibt er dem Clan-Spross: „Bruder hilf mir mal das hier zu verbreitern. Sagt allen euren Leuten, die sollen das teilen bitte.“ Der Sohn antwortet: „Gerne Bruder“ – und bekommt ein Herz dafür. Dann schreibt er zu diesem Chat: „Wir sind ein Teil von etwas Großem.“ Und: „Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team. Und gemeinsam schaffen wir Dinge, die alleine niemals möglich wären.“
Ob der Chat authentisch ist, ist unklar. Eine entsprechende BILD-Anfrage ließ das Bundestagsbüro von Ferat Koçak zunächst unbeantwortet.
Klar ist: Die Stimmen von Menschen mit Migrationshintergrund waren für den Berliner Erfolg der Linken immens wichtig. Unter anderem warb die Partei mit dem Slogan „Freiheit für Palästina“. In den stark migrantisch geprägten Neuköllner Wahlkreisen rund um die Sonnenallee bekam die Partei mehr als 50 Prozent der Stimmen.
Nach dem Wahlsieg schreibt der Remmo-Sohn an Koçak: „Gratuliere Bruder Herz mehr als verdient auf eine schönes Neukölln mit viel Zusammenhalt u. Liebe für die Mitmenschen.“
Koçak selbst geriet am Wahlabend noch wegen eines anderen Vorfalls in die Kritik. Er hatte sich auf der Wahlparty der Linken mit Ibrahim Ibrahim, einem pro-palästinensischen Aktivisten, fotografieren lassen. Dieser wird vom Verein Democ, der sich gegen Antisemitismus und Extremismus engagiert, der Palästinenserorganisation PFLP zugeordnet, die auf der Terrorismusliste der Europäischen Union steht.
Auf Instagram schrieb Koçak dazu: „Die Wahlparty in Neukölln war öffentlich zugänglich und grundsätzlich für alle offen. Wenn Menschen auf unseren Wahlpartys auf mich zukommen und ein Foto von mir machen möchten, gehe ich zunächst davon aus, dass das in Ordnung ist.“ Er distanziere sich ausdrücklich von „gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen der genannten Person“.
Weder Issa Remmo noch sein mit dem Linken-Politiker schreibender Sohn wurden bisher wegen Straftaten verurteilt. Zahlreiche andere Mitglieder der Familie schon.