Los Angeles – US-Kriegsgegner Iran war am Sonntagabend erneut auf US-Terrain! Iran und Belgien trennten sich im SoFi Stadium bei Los Angeles am Sonntag 0:0 – damit ist für das Mullah-Nationalteam der erstmalige Einzug in die K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft möglich. Nach dem Unentschieden vor erneut ausverkauftem Haus hat der Iran sogar die Chance, seine Gruppe zu gewinnen – dafür muss die Mannschaft am Freitag in Seattle Ägypten schlagen.
Und während die USA und der Iran in der Schweiz einen Friedensdeal aushandeln, schien der Fußball das zerrissene Land zumindest vorübergehend zu vereinen! Die Fans, die dem Terror-Regime in Teheran sehr kritisch gegenüberstehen, bejubelten am Sonntag die iranischen Spieler – die wiederum das Regime nicht kritisieren dürfen und mit der Mullah-Flagge auf der Brust spielen.
Wieder kamen Tausende Iran-Fans mit Löwe und Sonne auf der grün-weiß-roten Fahne – das Symbol der persischen Schahs seit dem 16. Jahrhundert und unverkennbares Symbol des iranischen Staates bis zur Islamischen Revolution 1979. Der Wunsch nach Einheit und dem Ende von Gewaltherrschaft und Krieg war spürbar.
Nach dem Unentschieden am Sonntag sagte Iran-Trainer Amir Ghalenoei (62), die Mannschaft habe sich beeilen müssen, zum Flughafen zu kommen, da sie angewiesen worden sei, vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Mexiko zu sein. „Diese Flüge wirken sich natürlich auch auf unser Team aus.“ Flügelspieler Alireza Jahanbakhsh sagte nach dem Spiel in eloquentem Englisch: „Ich glaube, das hat uns noch enger zusammengeschweißt.“
„Das ist eines der Dinge, die wir heute gezeigt haben – wir haben einen großartigen Teamgeist bewiesen. Und das liegt zum Teil an unserer aktuellen Situation. Ich denke, wir haben gezeigt, wie geeint wir sind“, sagte Jahanbakhsh. Die USA haben den Mitgliedern des iranischen Teams – abgesehen von den 15 Regierungsbeamten, denen die Einreise ganz verweigert wurde – gestattet, nur innerhalb von 24 Stunden vor einem Spiel ins Land einzureisen und es am selben Tag wieder zu verlassen.
Doch es kam auch zu Szenen, die gegen Einigkeit und für die Willkür des Regimes sprechen!
Ordner gehen gegen Personen mit Schah-Symbolen vor
Das Mullah-Regime beschwerte sich offenbar bei der FIFA, dass erneut zahlreiche Fahnen mit Schah-Symbolen im Stadion gehisst wurden! Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnungspersonal. Ein Mann versuchte, auf den Rasen zu gelangen, wie der Weltverband FIFA mitteilte. Er trug ein Shirt mit einem Aufdruck der iranischen Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die von der FIFA verboten wurde. Der Mann wurde von Ordnern abgeführt. Auch auf den Rängen griff das Sicherheitspersonal ein.
Irans Teilnahme bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada ist wegen des Kriegs mit den USA und Israel in den vergangenen Monaten ein Politikum. Das Teamquartier hatte der iranische Verband nach Mexiko verlegt. Schon beim ersten WM-Spiel des Iran in dem Stadion nahe Los Angeles hatten sich in der Arena Gegner und Unterstützer Teherans versammelt.