Moskau – Es ist ein Treffen der Schande: Gerhard Schröder (82, SPD) feiert offenbar mit Kriegsverbrecher Wladimir Putin (74). Der frühere Bundeskanzler nahm nach Angaben des Kremls an der Geburtstagsfeier des Kreml-Diktators in Moskau teil. Ein Geburtstag mit traurigem Hintergrund: Putin ließ selbst an seinem Festtag in der Ukraine Bomben auf Kinder werfen. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach von einem der „abscheulichsten Angriffe seit Kriegsbeginn“.
Putin soll erst am Mittwochmorgen aus den Medien von Schröders Anwesenheit in der russischen Hauptstadt erfahren haben. Anschließend habe er reagiert: „Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein“, teilte der Kreml beim Nachrichtendienst Telegram mit. Schröder sei daraufhin bei Putin gewesen, als dieser am Mittwoch seinen 74. Geburtstag feierte.
Das Treffen ist ein Skandal. Hier trifft ein Ex-Kanzler einen Kriegsverbrecher. Nach den brutalen Angriffen am Mittwoch gingen auch an diesem Donnerstag die Anschläge in der Ukraine weiter. Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, teilte der Donezker Militärgouverneur Wadym Filaschkin mit.
Warum ist Schröder überhaupt in Russland?
Der Altkanzler war nach seiner Benennung in den Aufsichtsrat der russischen Handelskette Hyperglobus nach Moskau gereist. Seit Anfang September sitzt er im Aufsichtsrat der russischen Tochter der deutschen Handelsgruppe Globus, die in Russland Dutzende Super- und Baumärkte betreibt. Während zahlreiche westliche Unternehmen das Land nach Kriegsbeginn verließen, blieb Globus im Russland-Geschäft. Für das Unternehmen soll Schröder nun seine internationalen Kontakte und seine politische Erfahrung einbringen.
Die russische, staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur TASS berichtet, dass Schröder am Mittwoch in Moskau eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeitern des Unternehmens hielt. Im Anschluss daran tagte der Aufsichtsrat unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schröder soll auch eine Führung durch das Globus-Kaufhaus bekommen haben.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Er ist seit Jahren eng mit Putin befreundet. Wegen dieser Verbindung und seines Engagements für russische Energieunternehmen steht Schröder immer wieder in der Kritik.