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Drei Jahre nach dem BILD-Manifest: Deutschland, wir haben immer noch ein Problem!

Drei Jahre nach dem BILD-Manifest: Deutschland, wir haben immer noch ein Problem!
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Berlin – Vor drei Jahren hat BILD 50 Regeln für unser Zusammenleben aufgeschrieben. Die Überschrift damals: „Deutschland, wir haben ein Problem!“

Der Anlass war erschütternd: Auf deutschen Straßen bejubelten Fanatiker die Massaker der Hamas-Terroristen an rund 1200 Menschen in Israel. Menschen, denen Deutschland Schutz und eine neue Heimat gegeben hatte, feierten bei uns das Abschlachten von Juden.

Wir wollten das nicht ertragen. Wir haben aufgeschrieben, was es zu verteidigen gilt. Was unsere freie Gesellschaft lebenswert macht. Im Kleinen wie im Großen.

So entstand das BILD‑Manifest. 50 Regeln gegen Hass, Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit. Eine Art Hausordnung für unser Zusammenleben. Selbstverständlichkeiten, sollte man meinen. Das Manifest hat damals eine breite Debatte ausgelöst. Drei Jahre später erleben wir, wie sehr unser Land unter Druck geraten ist.

Wie angespannt unser gesellschaftliches Klima ist, zeigt auch ein Appell von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ warnt sie davor, abweichende Meinungen vorschnell als extremistisch abzustempeln. Demokratie bedeute auch, Widerspruch auszuhalten, mit Argumenten zu streiten und auf-

einander zuzugehen: „Wenn alles extremistisch ist, ist nichts mehr extremistisch. Wenn alles rassistisch ist, ist nichts mehr rassistisch.“ Und: „Aber ich will ebenso über den jungen zugewanderten Macho reden können, der meint, Lehrerinnen nicht ernst nehmen zu müssen, weil sie Frauen sind. Das ist nicht rassistisch, wie einige reflexhaft meinen.“

Was ist aus den 50 Regeln geworden, die wir vor drei Jahren aufgeschrieben haben? Ist Deutschland besser geworden? Oder haben sich die Probleme verschärft? Dafür haben wir unser Manifest einem Realitätscheck unterzogen, Entwicklungen untersucht und Bürger befragt.

Fazit: Es ist nur wenig besser geworden. Aber lesen Sie selbst.

1. Für JEDEN, der in Deutschland lebt, gilt Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“!

Noch zu häufig wird die Würde Einzelner mit Füßen getreten. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 999 Fälle von Menschenhandel und Ausbeutung erfasst – 131 mehr als im Vorjahr. 80 Prozent der Betroffenen waren Frauen.

2. Für uns gibt es keine Ungläubigen! Jeder kann glauben, an was er will – gern auch an den Weihnachtsmann.

Die Akzeptanz religiöser Vielfalt nimmt laut Robert-Bosch-Stiftung ab. Im Vielfaltsbarometer 2025 lag sie bei nur 34 von 100 Punkten (44 Punkte 2019). Und: 48 Prozent lehnen gesetzliche Feiertage für andere Religionen ab.

3. Wer unsere Verfassung und unsere Rechtsordnung für eine Ansammlung unverbindlicher Ratschläge hält, sollte Deutschland möglichst schnell verlassen.

Laut MOTRA-Monitor (Forschungsverbund zur Radikalisierung) sind einem Fünftel der befragten Muslime in Deutschland die Regeln des Korans wichtiger als die Gesetze in Deutschland. Rund jeder Vierte meint: Ein islamischer Gottesstaat ist die beste Staatsform.

4. Wer bei uns dauerhaft leben möchte, muss Deutsch lernen. Nur wenn wir dieselbe Sprache sprechen, werden wir uns verstehen.

Sprachprobleme nehmen zu: Rund ein Drittel der 15‑jährigen Schüler erreicht beim Lesen nicht einmal das PISA‑Mindestniveau. Das heißt: Sie haben selbst mit einfachen Texten Probleme und damit auch in der Ausbildung und im Alltag. Ein Grund ist die Zuwanderung. 2023 besuchten 363.478 Menschen einen Integrationskurs. 2025 waren es nur noch 307.030, wobei der Rückgang auch an weniger Ukraine-Flüchtlingen liegt.

5. Jeder kann in Deutschland friedlich für seine Überzeugung demonstrieren. Zur freien Meinungsäußerung gehört nicht, Menschen zu bedrohen oder zusammenzuschlagen, Steine zu werfen, Autos anzuzünden, Mörder zu feiern.

Demos eskalieren immer wieder in Gewaltexzessen, Polizisten werden attackiert. Im Juli wurden Journalisten am Rande des AfD-Parteitages von linken Gegendemonstranten angegriffen.

6. Wir vermummen oder verhüllen uns nicht, wir schauen uns ins Gesicht (es sei denn, es ist Karneval oder Corona).

Bei Demonstrationen gab es dieses Jahr zahlreiche Verstöße gegen das Vermummungsverbot, u. a. bei Protesten gegen Rheinmetall in Köln.

7. Respekt und Nächstenliebe tragen unsere freie Gesellschaft.

Laut Empathie-Report der Zurich Versicherung (2026) glauben die meisten Deutschen (83 %): Die Empathie lässt nach. Und: Neun von zehn sehen den Zusammenhalt im Land geschwächt.

8. Vor dem Hintergrund des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte ist die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson! Das heißt: Das Eintreten für die Sicherheit des jüdischen Volkes ist nicht verhandelbar. Kritik an der Politik Israels ist selbstverständlich erlaubt.

Der Judenhass explodiert: 2025 gab es 8725 antisemitische Vorfälle – ein Plus von 79 Prozent zu 2023 (RIAS). Laut BKA wurden 6548 antisemitische Straftaten begangen (5164 im Jahr 2023). Und: Über zwei Drittel (68 %) der vom Zentralrat der Juden befragten jüdischen Gemeinden empfinden das Leben in Deutschland als unsicherer als vor dem 7. Oktober 2023. Bis Ende Mai 2025 zählte allein die Berliner Polizei 714 Gewaltdelikte bei pro-palästinensischen Demonstrationen. In Berlin könnten Judenhasser bald an die Macht kommen. Die Berliner Linke will mit Elif Eralp (45) die nächste Regierende Bürgermeisterin stellen. Die Partei verurteilt zwar die Hamas. Aber: Teile der Linken stellen den jüdischen Staat grundsätzlich infrage.

9. Bitte recht freundlich: Wir sagen Bitte und Danke.

64 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, dass der Umgang der Menschen untereinander in den letzten drei Jahren unhöflicher geworden ist.

10. Wir geben uns zur Begrüßung oder zum Abschied gern die Hand.

Nicht einmal für alle Spitzenpolitiker selbstverständlich: Linken-Chefin Ines Schwerdtner (37) verweigerte AfD-Politikerin Beatrix von Storch (55) den Handschlag. Grünen-Chefin Franziska Brantner (47) erklärte, dass sie AfD-Politikern nicht die Hand gebe.

11. Wir verstehen die Polizei als „Freund und Helfer“, nicht als Repressionsapparat oder als Feind, als Gegner.

Mehr als 106.000 Polizeibeamte wurden 2024 Opfer von Gewalt – ein Plus von 1,1 Prozent seit 2023. 2025 wurden etwa bei Protesten gegen die AfD-Jugend in Gießen mehr als 50 Polizisten verletzt. Die Berliner Linke will nach einer möglichen Regierungsübernahme die Befugnisse der Polizei im Kampf gegen Kriminalität erheblich beschneiden. „Das Gewaltmonopol des Staates“ müsse stärker „in Einklang mit den Grundrechten aller Bürgerinnen und Bürger gebracht werden“

12. Viele Deutsche essen Schweinefleisch. Es gibt bei uns übrigens fast 10 Millionen Vegetarier oder Veganer. Freiheit geht auch durch den Magen.

28,3 Kilo Schweinefleisch aßen die Deutschen pro Kopf 2025 – Platz 1 vor Geflügel und Rind. Vegetarier (3,3 Mio., ca. 4 %) und Veganer (1 Mio.) sind nur eine kleine Minderheit (Max Rubner-Institut). Laut INSA für BILD fühlen sich 51 Prozent der Deutschen bei ihrer Essenswahl nicht unter Druck gesetzt

13. Es gilt das Gewaltmonopol des Staates. Außer den staatlich beauftragten Organen hat niemand das Recht, Gewalt gegen Menschen oder Sachen auszuüben.

Ob es tatsächlich mehr Selbstjustiz gibt, lässt sich statistisch nicht feststellen: Selbstjustiz wird in der deutschen Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst.

14. Wir akzeptieren, dass unser frei gewähltes Parlament die Regeln für unser Zusammenleben festlegt, die von unabhängigen Gerichten überprüft werden können.

Drohungen gegen Politiker sind erschreckenderweise an der Tagesordnung. Im Januar bekam der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (49) eine Morddrohung per Brief. Linksextreme zündeten das Auto von AfD-Politiker Bernd Baumann (68) vor seinem Haus in Hamburg an. Im Bekennerschreiben stand auch ein Mordaufruf.

15. Männer dürfen Männer lieben und Frauen Frauen. Wer damit ein Problem hat, ist selbst das Problem. Lieben und lieben lassen!

Die registrierte queerfeindliche Kriminalität stieg seit 2023 stark an: 2377 Delikte gab es 2025 (plus 33 %). Darunter waren 284 Gewaltdelikte wegen sexueller Orientierung und 112 im Bereich geschlechtsbezogener Diversität.

Im Juli raste der Islamist Abdul Ballout in den CSD in Berlin, tötete eine 65-jährige Frau und verletzte 31 Menschen teils schwer mit einer Machete.

16. Auch wenn sich jemand weder als Frau noch als Mann fühlt, wird er oder sie nicht verfolgt oder bestraft. Bei uns dürfen Bürger querdenken und queer leben.

Deutschland hat die Rechte queerer Menschen ausgebaut. Das Selbstbestimmungsgesetz erleichtert den Wechsel von Geschlechtseintrag und Vornamen, der Staat erfasst Hasskriminalität genauer und baut Beratungs- und Schutzstrukturen aus.

17. Wir verstehen die Sozialbehörden nicht als Arbeitgeber, sondern als Institution, die Menschen in finanzieller Not hilft. Menschen, die nicht arbeiten können. Nicht Menschen, die nicht arbeiten wollen.

2025 verhängten die Jobcenter rund 31.000 Leistungskürzungen, weil Stützeempfänger ein Jobangebot nicht angenommen oder einen Job hingeschmissen haben – bei rund 5 Millionen Empfängern von Grundsicherung.

18. Wir achten die Justiz, weil sie ohne Ansehen der Person urteilt.

Richter werden beschimpft und bedroht. Der Richterbund sagt: „Respekt schwindet, Aggressivität wächst.“ 2025 wurde in Stuttgart ein Amtsgericht beschmiert: „Gegen ihre Klassenjustiz – für den Sozialismus.“

19. Im Schwimmbad tragen Frauen Bikini oder Badeanzug. Und wer gern nackt in der Ostsee baden möchte – auch okay!

Bei drei von zehn Frauen, die in der Öffentlichkeit sexuell belästigt wurden, passierte das im Schwimmbad. Etwa die Hälfte der Frauen fühlt sich in Schwimmbädern unsicher. 95 Prozent besonders dann, wenn Männergruppen im Schwimmbad sind. (Quelle: Civey 2025)

20. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. In jeder Hinsicht.

21. Gleichberechtigung auch bei der Bezahlung von Arbeit (da müssen wir noch aufholen)!

Frauen leisten im Schnitt 29 Stunden unbezahlte Sorgearbeit in der Woche – Männer nur 20. Selbst bei gleicher Tätigkeit, Qualifikation und Berufsbiografie verdienen Frauen 6 Prozent weniger.

22. Wir diskutieren kontrovers und leidenschaftlich, aber wir beleidigen Andersdenkende nicht.

2025 gab es 1289 Fälle von Beleidigung, Verleumdung, Volksverhetzung gegen Politiker. Auch untereinander gehen sich Politiker an: 65 Ordnungsrufe allein in der aktuellen Legislatur.

23. Wir sind tolerant mit Toleranten.

Wir sind weniger tolerant, als wir gerne behaupten. Die Robert-Bosch-Stiftung hat ermittelt: Nur 45 Prozent im Land erachten Vielfalt als Bereicherung. 2019 waren es noch 63 Prozent. Die meiste Ablehnung erzeugen u. a. Armut, sexuelle Orientierung und Herkunft.

24. Und haben keinerlei Toleranz bei Intoleranz!

Eine Zahl die zeigt, dass Deutschland das (langsam) ernst meint: Allein im Juni 2026 wurden 32 Straftäter nach Afghanistan abgeschoben.

25. Wir verwenden Böller nur zu Silvester, also wenn es erlaubt ist.

Klappt beim Fußball nicht: Im Oktober wurde die Partie Köln gegen Mönchengladbach wegen Böllern unterbrochen. Im Mai musste ein Oberliga-Spiel in Ahlen (NRW) abgebrochen werden.

26. Wir verbrennen keine Flaggen von Staaten, die wir nicht leiden können. Das ist ein Straftatbestand!

Nicht alle respektieren das: Erst im Mai wurde in Hamburg bei einer Pro-Palästina-Demo eine Israel-Flagge unter Jubel verbrannt.

27. Wir achten jede Religion, aber wir trennen klar Religion von Staat.

Das stimmt leider nur in Teilen: Der Judenhass explodiert (siehe Punkt 8). Und auch Christen geraten unter Druck. Im September wurde ein Iraker (24) festgenommen, der einen Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant hatte. Er war Anhänger des IS, der einen Gottesstaat anstrebt.

28. Frauen, die fremdgehen, werden nicht verstoßen und schon gar nicht verprügelt oder gar gesteinigt! Bei einer Scheidung gilt für die Kinder das gemeinsame Sorgerecht. Es ist egal, wer das Scheitern der Ehe verursacht hat.

Die Realität ist immer wieder eine andere. Trauriges Beispiel: Im April erstach ein Afghane in Berlin seine afghanische Frau, weil die sich angeblich mit einem anderen Mann traf.

29. Man muss keine Jungfrau sein, um zu heiraten!

Eigentlich selbstverständlich. Trotzdem tötete 2024 ein Mann seine Frau, weil er ihr vorwarf, bereits vor der Hochzeit Sex gehabt zu haben.

30. Wer bei uns Schutz vor politischer Verfolgung oder Krieg sucht, bekommt ihn. Und selbst wer darauf keinen Anspruch hat, darf häufig bleiben. Dafür erwarten wir keine Dankbarkeit, auch wenn sie angebracht wäre. Was wir aber verlangen, ist die unbedingte Einhaltung unserer Gesetze und dass unsere Werte und unsere Art zu leben respektiert werden.

Daran hält sich längst nicht jeder: Laut Kriminalitätsstatistik hatten im vergangenen Jahr 35,5 Prozent aller Tatverdächtigen keinen deutschen Pass (2023: 34,4 %). Im Vergleich zur Bevölkerungszahl waren Ausländer 2,6‑mal häufiger tatverdächtig. Abgeschoben aus Deutschland wurden 2025 insgesamt 22.787 Menschen – in Bayern etwa waren unter den 3649 Abgeschobenen 40 Prozent verurteilte Straftäter.

31. Wir verheiraten keine Kinder. Und auch Männer nicht mit mehr als einer Frau.

In Deutschland werden offiziell keine Zahlen über Eheschließungen von oder mit Kindern erfasst. Aber: Im Ausländerzentralregister findet sich Ende 2024 die Zahl von 279 Ehen, bei denen mindestens ein Partner minderjährig war.

32. Frauen entscheiden – wie Männer – selbst darüber, wie sie sich anziehen, mit wem sie befreundet sind, wen sie lieben, ob sie lieber in die Disco oder in die Kirche gehen, wen sie wählen und welchen Beruf sie ergreifen.

Auf dem Papier stimmt das. Doch Fakt ist: In vielen Beziehungen ist das anders. 2023 gab es 256.276 Opfer von häuslicher Gewalt. Ein Jahr später waren es 265.942. Die meisten Opfer waren Frauen, die Täter meistens Partner oder Ex-Partner. Und: 2023 wurden 155 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 2024 waren es 132. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) will deshalb solche Täter härter bestrafen. Ziel: Wer eine Frau umbringt, nur weil sie eine Frau ist, soll öfter als bislang als Mörder bestraft werden können und lebenslang hinter Gitter wandern. Wer es schafft, flüchtet vor der Gewalt in der Partnerschaft. Eine Anlaufstelle bieten Frauenhäuser: Laut dem Verein Frauenhauskoordinierung haben 13.440 Frauen 2025 Schutz in einer Einrichtung gesucht. Rund 400 Frauenhäuser gibt es bundesweit mit 7800 Plätzen. Laut Europarat fehlen in Deutschland 12.000 Plätze.

Thema Zwangsheirat: Es ist unklar, wie viele Menschen unter Zwang verheiratet werden.

33. Deutschland ist ein Land der Griller. Nach einem Picknick im Park nehmen wir unseren Müll wieder mit.

Der Eindruck ist ein anderer. Laut einer exklusiven INSA-Umfrage für BILD sagen 69 Prozent der Befragten: Es ist schmutziger und vermüllter in Deutschlands Innenstädten als vor drei Jahren. Nur 20 Prozent sehen das anders.

34. Messer gehören bei uns in die Küche und nicht in die Hosentasche.

2024 hat das BKA erstmals umfassende Zahlen zu Messerangriffen veröffentlicht. Ergebnis: 29.014 Fälle. 2025 dann 29.243. Bedrohungen mit Messern 2025: 13.768 Fälle (plus 9,5 %). Ende 2024 wurde das Waffengesetz verschärft. Seitdem können Behörden einfacher Messerverbotszonen einrichten. Anfang 2026 gab es bundesweit 26 Waffen- und Messerverbotszonen.

35. Wir zahlen Steuern, weil wir wissen, dass sie das Fundament des Staates sind.

Das sieht tatsächlich die klare Mehrheit im Land so. Eine exklusive INSA-Umfrage für BILD kommt zum Ergebnis: Für 64 Prozent der Befragten sind Steuern in Ordnung, weil sie wissen, dass der Staat nur so wichtige Aufgaben (z. B. Polizei, Bildung) übernehmen kann. 23 Prozent sind gegen Steuern.

36. Wenn eine Frau Nein zu einem Mann sagt, gilt das ohne Wenn und Aber. Alles andere erfüllt den Straftatbestand der sexuellen Belästigung oder der Vergewaltigung

Leider steigen hier die Zahlen: 2025 wurden 14.454 Fälle von Vergewaltigung erfasst – ein Plus von fast 19 Prozent im Vergleich zu 2023. Und das sind nur die bekannten Fälle. Bei sexueller Belästigung gingen die Fallzahlen von 2023 bis heute um 3,5 Prozent rauf auf 19.992.

37. Wir erwarten von jedem, der kann und darf, dass er sich um Arbeit bemüht und für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommt – selbst dann, wenn Sozialhilfe oder Bürgergeld zunächst höher sein sollten als der Lohn.

Im September erhielten rund 3,7 Millionen Menschen Stütze, die eigentlich arbeiten könnten (darunter sind aber auch sogenannte Aufstocker, die nicht genug verdienen). Vor drei Jahren waren es noch 3,9 Millionen Menschen.

38. In Deutschland gibt es Schulpflicht. Wir glauben an die Bedeutung von Bildung und Lernen.

Heute ist die Schulpflicht in Gefahr, zumindest in Sachsen-Anhalt. AfD-Spitzenkandidat und Wahlsieger Ulrich Siegmund (35) will sie durch eine Bildungspflicht ersetzen. Begründung: Schüler würden von Lehrern „indoktriniert“ und gegen die AfD aufgehetzt. Für eine entsprechende Änderung der Landesverfassung fehlt der AfD allerdings die nötige Zweidrittelmehrheit im Landtag. Nach Schätzung der Bildungsministerkonferenz bleiben bundesweit zwischen 500 und 1000 Kinder dem Unterricht dauerhaft fern. Den Eltern droht je nach Bundesland eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder bis zu sechs Monaten Haft – und im schlimmsten Fall der Entzug des Sorgerechts.

39. Wir machen in Bussen und Bahnen den Platz frei für Ältere und Behinderte.

Nicht immer: Filipe Costa aus Bamberg etwa wurde im Sommer sogar vom Busfahrer stehen gelassen, weil an seinem E-Rollstuhl ein angeblich notwendiger Aufkleber fehlte. Die Stadtwerke entschuldigten sich später.

40. Prost, Deutschland! Hierzulande gehören Bier und Wein zur Kultur. Das sollte man respektieren, und wer nicht trinken will, der lässt es.

Bier und Wein gehören zu Deutschland – doch der Konsum geht zurück. 2023 lag der Bierverbrauch pro Kopf bei 89,3 Litern – 2025 waren es nur noch 84,3 Liter. Bei Wein ging der durchschnittliche Konsum pro Kopf von 22,2 Litern auf 21,5 Liter zurück.

41. Wie lang oder kurz der Rock ist, entscheidet allein die Frau, die ihn trägt.

Deutschland 2026: Im Netz kursieren rund 32.000 mutmaßlich illegale Videos von Frauen auf dem Oktoberfest, denen teilweise heimlich unter ihre Röcke gefilmt wurde (sog. Upskirting). Laut BKA-Statistik gab es 2025 1124 polizeilich registrierte Fälle von Upskirting. Strafbar ist das seit 2021. Im Oktober 2026 beschloss die Regierung, den Schutz vor heimlichen Intimaufnahmen auszuweiten.

42. Wer es nicht erträgt, dass Politiker, Show-Stars, Götter oder Propheten karikiert werden, ist in Deutschland nicht richtig.

Politiker dürfen sich gegen Beleidigungen wehren. Aber: Viele sehen in § 188 des Strafgesetzbuchs („Majestätsbeleidigung“) ein Sonderrecht der Mächtigen. Laut INSA wollen 43 Prozent der Deutschen den Paragrafen abschaffen, 32 Prozent wollen ihn beibehalten

43. Die Medien hinterfragen die Politiker, aber wir vertrauen grundsätzlich darauf, dass die Gewählten wahrheitsgemäß und zum Wohle des Volkes entscheiden.

Als Anfang 2026 Zehntausende Berliner Haushalte im Winter ohne Strom und Heizung waren, erklärte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (54, CDU), er sei den ganzen Tag am Telefon gewesen und habe die Krise koordiniert. Später kam heraus: Er hatte eine Stunde Tennis gespielt, mehrfach gelogen. Wegner trat als Spitzenkandidat für die Wahl im September zurück.

44. Ehre bedeutet nicht das Recht des Stärkeren.

Im März 2024 gingen in Essen zwei libanesische Großfamilien aufeinander los. Auslöser: Beleidigungen und Ehrverletzungen.

45. In den sozialen Netzwerken sind Respekt und Wertschätzung genauso selbstverständlich wie im Supermarkt oder auf dem Amt.

Laut einer Forsa-Umfrage „Gesundes Miteinander 2026“ im Auftrag der DAK bewerten 77 Prozent der Deutschen das Miteinander schlechter als vor drei Jahren. Von denen geben 86 Prozent an, dass sie mehr Beleidigungen und Respektlosigkeit erleben. 87 Prozent erleben sie beim Einkaufen oder auf der Straße. 83 Prozent in sozialen Medien.

46. Wir versuchen, die Umwelt zu schützen, Ressourcen zu schonen. Nachhaltigkeit ist Zukunft.

Bereits am 10. Mai 2026 war in Deutschland rechnerisch der Erdüberlastungstag erreicht. Würden alle Menschen weltweit so leben wie die Deutschen, bräuchten wir 2,8 Erden. Trotzdem: Seit 2023 sind auf vielen Dächern Solaranlagen dazugekommen. Mittlerweile gibt es über 5 Millionen in Deutschland.

47. Deutschland hat ein Herz für Kinder. Sie werden nicht geschlagen, sondern gefördert.

Die Zahlen sagen etwas anderes: 2025 stieg die Zahl der festgestellten „Kindeswohlgefährdungen“ im Vorjahresvergleich um 10 Prozent auf 79.800. Darunter fallen u. a. Vernachlässigung und sexuelle Gewalt. Ein Viertel der betroffenen Kinder waren 4 Jahre oder jünger, mehr als die Hälfte unter 9 Jahren. Immerhin: Die Regierung hat 2025 die Rechte der Kinder deutlich gestärkt (u. a. mehr Rechte bei der Akteneinsicht in Verdachtsfällen für z. B. ehemalige Heim- und Pflegekinder).

48. Catcalling, also Frauen hinterherzupfeifen oder -rufen, ist Belästigung.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) hat für dieses Jahr einen Gesetzentwurf angekündigt, der Catcalling unter Strafe stellt.

49. Bei uns dürfen Jungen und Mädchen gemeinsam auf Klassenfahrt, in den Sport- und Schwimmunterricht.

Immer wieder ein Thema für deutsche Gerichte. Im April 2025 scheiterten Eltern (palmarianisch-katholisch) vor dem Verwaltungsgericht Freiburg damit, ihre Tochter vom Schwimmunterricht befreien zu lassen. 2026 wollten muslimische Eltern verhindern, dass ihre Tochter an einer Klassenfahrt teilnimmt. Auch hier entschied ein Gericht gegen die Eltern.

50. Wir lieben das Leben und nicht den Tod.

In Deutschland gibt es laut BKA aktuell 408 islamistische Gefährder, die potenziell einen Terroranschlag verüben könnten. Ende 2023 waren es noch 487 Personen. Es wird also besser, aber viel zu langsam

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