Ellwangen (Baden-Württemberg) – Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dönerbuden-Besitzer Erhan Ö. (38) aus Schrozberg vor, am 10. Februar seine Frau Renur (38) mit einem Pistolenschuss aus kurzer Distanz getötet zu haben. Genau am Tag des 18. Geburtstags des gemeinsamen Sohns. Der Zeitpunkt war wohl kein Zufall.
Laut Anklage wollte sich die Ehefrau nach 20 Jahren von ihrem Mann trennen. Nach der mörderischen Tat soll der Lokalbetreiber vor Freude dreimal in die Luft gefeuert.
Mutmaßlicher Täter kündigte Morad an
Am Dienstag wurde bekannt, was der gemeinsame Sohn Aras* bei seiner richterlichen Vernehmung über den Vater gesagt hatte. Danach war der Döner-Chef wohl regelrecht besessen von der Vorstellung, dass seine Frau mit mehreren Männern fremdgehe. „Die werde ich alle töten und dann werde ich deine Mutter töten“, soll Erhan Ö. angekündigt haben. Zudem habe der Vater bestimmt, dass sein Sohn mit der Volljährigkeit das Lokal übernimmt. Ahnte der Vater schon damals, dass er für viele Jahre weggesperrt werden würde?
Nach Aussage von Tochter Hiva* (16) war die Ehe der Eltern von dauerndem Streit geprägt. Beide Elternteile hätten unter dem Stress gelitten und stark abgenommen. Man habe von Scheidung gesprochen, aber keiner habe den entscheidenden Schritt gewagt.
Großaufgebot an Beamten schützt Prozess
Erhan Ö. hat sich im Prozess bislang nicht geäußert. Ihm droht lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften steht bereit, um Racheakte zwischen den jetzt verfeindeten Familien zu verhindern. Erhan und Renur Ö. stammen aus demselben kurdischen Dorf. Die Verwandten des Mordopfers ließen sich in NRW nieder, die Angehörigen des Inhaftierten wohnen in Süddeutschland. Das Urteil soll Anfang Oktober fallen.
* Namen geändert