New York (USA) – Erst galt dieser Dino als Schnäppchen. Dann kämpften die Bieter zwölf Minuten lang um seine uralten Knochen! Das rund 67 Millionen Jahre alte Skelett des Nanotyrannus „Jodi“ wurde bei Sotheby’s in New York am Dienstag für 47,3 Millionen Dollar versteigert. Verkäufer ist ein deutscher Filmproduzent.
Dabei hatte das Auktionshaus vor dem Verkauf nur mit sechs bis neun Millionen Dollar gerechnet. Doch Jodis Knochen sind mehr wert. Ein heftiger Bieterstreit entbrannte während der Auktion. Sechs Interessenten überboten sich rund zwölf Minuten lang. In der entscheidenden Phase lieferten sich nach Angaben des Kunstmarkt-Experten Magnus Resch zwei Telefonbieter ein Duell.
Zwei Telefonbieter trieben den Preis hoch
„Die Dynamik im Auktionssaal war berauschend. Zwei Telefonbieter schaukelten sich gegenseitig auf über 40 Millionen Dollar hoch – mehr als das Vierfache des oberen Schätzwerts“, sagte Resch zu BILD. Der Hammer fiel bei 40,5 Millionen Dollar. Zusammen mit dem Aufgeld musste der Käufer 47,3 Millionen Dollar (etwa 42 Millionen Euro) bezahlen. Wer sich das Skelett sicherte, teilte das Auktionshaus nicht mit. Resch: „Damit ist dieser Dinosaurier der zweitteuerste, der jemals versteigert wurde.“ Verkäufer ist der deutsche Filmproduzent und Unternehmer Christian Angermayer (unter anderem Army of Thieves).
Ein Dino als Statussymbol
Dass immer mehr Geld für Dino-Knochen ausgegeben wird, ist schon ein längerer Trend. Früher hingen sich Superreiche einen Picasso an die Wand. Jetzt stellen sie sich offenbar einen Dinosaurier ins Haus. Dino statt da Vinci. „47 Millionen Dollar für einen Dinosaurier – das zeigt, wie stark sich der Markt für außergewöhnliche Sammlerobjekte verändert“, erklärte Resch. „Für Milliardäre geht es längst nicht mehr nur um Kunst, sondern um den Besitz von etwas, das sonst niemand hat.“
Seine Erklärung für den Dino-Boom: Ein Gemälde eines berühmten Künstlers könne durch ein anderes Werk desselben Künstlers ersetzt werden. Ein 67 Millionen Jahre altes Skelett, von dem nur wenige Exemplare existierten, sei dagegen praktisch unersetzbar.
Fast sechs Meter lang, rund 50 Zähne
„Jodi“ gehörte zur seltenen Dinosauriergattung Nanotyrannus, die lange für einen jugendlichen Tyrannosaurus rex gehalten wurde. Das Fossil ist eines von nur drei der Wissenschaft bekannten Skeletten dieser Art. Es bestand aus rund 191 fossilen Knochenelementen eines einzelnen Tieres. Besonders außergewöhnlich war der nahezu vollständige Schädel.
Nur ein T-Rex-Skelett ist mehr wert
Mit dem Verkauf wurde „Jodi“ zum zweitteuersten Dinosaurier, der jemals unter den Hammer kam. Die bislang teuersten Dino-Knochen gehören zu „Gus“. Der rund 67 Millionen Jahre alte T-Rex wurde im Juli bei Sotheby’s in New York für 50,13 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 44 Millionen Euro, versteigert.