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Die Lage der WM: Nagelsmann brach ungeschriebenes Gesetz!

Die Lage der WM: Nagelsmann brach ungeschriebenes Gesetz!
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Können Sie sich vorstellen, dass Deniz Undav am Montag gegen Paraguay in der Startelf steht? Sicher nicht. Bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Ecuador-Spiel präsentierte der DFB ihn zwar auf dem Podium, was einem ungeschriebenen Gesetz nach bedeutet: Wer am Matchday -1 (so heißt das bei der Fifa) vor der Weltpresse redet, der spielt am Folgetag auch vor der Welt. Nur eben nicht bei Julian Nagelsmann.

Das wirft Fragen auf: Hat der Bundestrainer etwas gegen Undav persönlich? Dafür gibt es keine Anzeichen. Leidet der Bundestrainer an einer Stürmer-Allergie? Ja. Zumindest was klassische Torjäger angeht, die sich wenig an der Defensiv-Drecksarbeit beteiligen. Nagelsmann will den modernen, schicken, spielenden Stürmer haben (wovon Undav nicht so weit weg ist).

Oder ketzerisch: Hätte Gerd Müller (†75), unser größter Torjäger, bei Nagelsmann überhaupt gespielt? Eher nicht! Der geliebte „Bomber der Nation“ war der Lauer-Knipser in Person. Unwahrscheinlich, dass er beim DFB oder beim FC Bayern jemals im eigenen Strafraum aufgetaucht wäre. Wenn doch, hätte Franz Beckenbauer ihn angeschnauzt: „Schleich di, du hast hier nichts zu suchen!“

So blieb Müller vorn, mit überschaubarem Laufradius, aber mit mehr Toren (68) als Länderspielen (62). Er traf selbst aus Positionen, aus denen man physikalisch gesehen gar nicht treffen konnte. Wie sein komisches Dreh-Tor im Finale 1974 gegen Holland zum 2:1-Sieg.

Natürlich: Das heutige Tempo ist mit dem gepflegten 70er-Standfußball nicht zu vergleichen. Doch den Instinkt braucht man damals wie heute. Weltmeister wurden wir immer mit Mittelstürmern. 1990 mit Völler/Klinsmann, 2014 mit Klose.

Oder hilft Undav wirklich mehr als Joker? Das ist Nagelsmanns Argument. Wenn man Undav von Beginn an bringe, könne man dann nicht mehr von der Bank nachladen. Moment! Haben wir nicht noch diesen Nick Woltemade, der uns erst zur WM geschossen hat? Der völlig vergessene Stürmer! 0 Einsatzminuten. Woltemade sieht man leider mehr in der Werbung als bei der WM.

Wie lässt Nagelsmann gegen Paraguay stürmen? Wie gegen Ecuador nach dem Prinzip: Never change a losing team? Oder etwa doch mit Undav? Falls der nicht auf der Abschluss-Pressekonferenz sitzt, steigen seine Chancen …

★★★

Statt wie vermutet erst am Sonntag, steht nun bereits seit Samstag fest, dass wir gegen Paraguay antreten. Schade, viel zu früh! Die WM ist ja so liebenswert wegen ihrer Überraschungen.

Die Fifa könnte daraus ein Geschäftsmodell entwickeln: Welcher Gruppen-Dritte in welchem Sechzehntelfinale spielt, wird unmittelbar vor Anpfiff dem Publikum und dem Gegner enthüllt – bei den Nationalhymnen.

Dieser sensationelle Spannungsbogen wäre den TV-Sendern bestimmt noch mehr wert als die läppischen vier Milliarden Euro für die WM-Rechte 2026. Dass Gianni Infantino darauf noch nicht gekommen ist …

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