Düsseldorf – Schock-Bilanz im Juni: Über 100 Menschen sind allein in diesem Monat in deutschen Gewässern ertrunken – so viele wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Insgesamt kamen in den ersten sieben Monaten 2026 mindestens 261 Menschen ums Leben, 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
189 Badegäste kamen allein zwischen Mai und Ende Juli ums Leben. DLRG-Präsidentin Ute Vogt sprach von einem „dramatischen Anstieg“ der Unfälle im Juni.
Vor allem junge Männer betroffen
Es ertranken außerdem deutlich mehr junge Menschen zwischen 11 und 30 Jahren: 75 Tote in diesem Jahr gegenüber 49 im Vorjahreszeitraum. 95 Prozent der jungen Opfer waren männlich. Vogt führt das auf Leichtsinn zurück, oft kombiniert mit Alkohol und Drogen. Viele könnten zudem nicht oder kaum schwimmen und brächten sich „völlig unnötig in Lebensgefahr“. Über alle Altersgruppen hinweg waren 85 Prozent der Todesfälle männlich. Bei älteren Schwimmern über 70 hingegen sind immer wieder Vorerkrankungen die Ursache von Badeunfällen - aber auch Selbstüberschätzung.
Die meisten ertrinken in Seen und Flüssen
Rund 90 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich in frei zugänglichen Binnengewässern, wo meist keine Rettungskräfte vor Ort sind: in Seen und Teichen, Flüssen, Bächen und Kanälen.
„Je heißer es ist, desto mehr zieht es Menschen ans Wasser“, sagte DLRG -Präsidentin Ute Vogt. Sie rief dazu auf, dort schwimmen zu gehen, wo es bewachte Badestellen gebe. Vor allem große Binnengewässer wie Rhein und Bodensee, die viele Menschen anziehen, gelten nach Angaben der DLRG als gefährlich.
Bayern verzeichnete mit 54 Toten die meisten Opfer, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 50 Todesfällen. Mindestens acht Kinder bis zehn Jahre ertranken.
Die DLRG fordert mehr Investitionen in Schwimmbäder und Schwimmunterricht an Schulen. Vogt warnte: Die Mehrheit der Kinder verlässt die Grundschule weiterhin ohne Schwimmabzeichen.