Miami/Görlitz – Zugriff in Miami Beach! Der in Deutschland gesuchte Unternehmer Stefan M. (37) wurde jetzt in den USA festgenommen. Auf ihn wartet am Amtsgericht Görlitz ein Prozess wegen unerlaubter Veranstaltung von Glücksspiel, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung.
Eigentlich hätte der Prozess bereits am 26. Mai starten sollen – doch M. tauchte nicht auf, setzte sich offenbar in die USA ab. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Görlitz in weiteren Verfahren gegen ihn.
Die Görlitzer Staatsanwältin Aileen Reimann auf BILD-Anfrage: „Zunächst möchte ich klarstellen, dass die Festnahme des Beschuldigten aufgrund eines verwaltungsrechtlichen Vorgangs der US-Behörden erfolgte, nicht aufgrund einer strafprozessualen Maßnahme der Staatsanwaltschaft Görlitz.“ Heißt: Offenbar besaß M. kein gültiges Visum.
Der gebürtige Görlitzer Stefan M. gilt seit Jahren als umtriebiger Unternehmer in seiner Heimatstadt in Sachsen und Umgebung. Er war u. a. Eventveranstalter. Laut Staatsanwaltschaft sei dabei nicht alles rechtens zugegangen. „Gegen den Beschuldigten gibt es mehrere Verfahren, die teilweise bereits zur Anklage und somit zum Amtsgericht Görlitz gelangten. Folgende öffentlich bekannte Tatvorwürfe befinden sich noch im Ermittlungsverfahren: Insolvenzverschleppung, Bankrott, Abrechnungsbetrug im Zusammenhang‚ Corona-Testcenter‘“, so Reimann weiter.
Ermittlungen begannen nach Razzia
Die Ermittlungen hätten kurz nach einer Razzia am 11. Juni 2025 begonnen. „Anlass waren mehrere Anzeigen von Privatpersonen sowie Behörden.“ Reimann: „Im Februar 2026 wurde ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen. Dieser Haftbefehl wurde allerdings im März 2026 außer Vollzug gesetzt. Zu einem Gerichtstermin am 26. Mai 2026 war der Beschuldigte nicht erschienen.“
Nach BILD-Informationen wird Stefan M. inzwischen von dem deutschlandweit renommierten Strafverteidiger Juri Goldstein aus Erfurt vertreten. Zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten wollte sich Goldstein derzeit noch nicht äußern.