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Der letzte Amerikaner von Kabul verlässt Deutschland

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Wiesbaden – Er gilt als einer der bekanntesten und angesehensten Generäle der US-Armee. 2021 war Christopher Donahue (56) der letzte amerikanische Soldat, der Afghanistan verließ. Nun endet auch seine Zeit in Deutschland nach nur 18 Monaten an der Spitze der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika. Bei einer feierlichen Zeremonie in Wiesbaden übergab Donahue am Donnerstag unter 17 Salutschüssen das Kommando an seinen Stellvertreter General Christopher R. Norrie. Hunderte Soldaten verabschiedeten den Vier-Sterne-General mit Applaus. BILD war vor Ort.

Offiziell nennt das Pentagon keinen Grund für den überraschenden Personalwechsel. Mehrere US-Medien berichten jedoch, dass US-Kriegsminister Pete Hegseth (46) Donahue aus dem Amt gedrängt habe. Der General wäre damit der neueste hochrangige Offizier, der im Zuge des Umbaus der US-Militärführung unter Präsident Donald Trump (80) seinen Posten verliert. Offenbar kam der Abschied für Donahue nicht aus eigenem Antrieb. Eine Insider-Quelle bestätigte BILD: Donahue hat seine Rücktrittspapiere nicht freiwillig eingereicht.

Zwei Tage vorher bekannte er sich noch zur Nato

Besonders brisant: Nur zwei Tage vor seinem Abschied trat Donahue noch im Nato-Mitglied Estland auf. Dort wurde ein neues taktisches Hauptquartier für den Schutz der Nato-Ostflanke vorgestellt. Dabei stellte sich der General demonstrativ hinter die europäischen Verbündeten – und schlug deutlich andere Töne an als US-Präsident Donald Trump (80).

„Ich muss hier niemandem sagen, dass Europa mehr Verantwortung trägt als jemals zuvor in den letzten 35 Jahren“, sagte Donahue. Die europäischen Partner seien bereit, mehr zu leisten, und die Vereinigten Staaten würden dabei an ihrer Seite stehen. Sein wohl deutlichster Satz: „Die Nato ist heute stärker als je zuvor.“

Kontrast zu Trump

Die Aussagen stehen im Kontrast zur Linie von Trump, der die Nato und die europäischen Bündnispartner immer wieder kritisiert und ihnen zu geringe Verteidigungsausgaben vorwirft. Eine direkte Kritik an Trump vermied Donahue jedoch. Weder in Estland noch bei seiner Abschiedszeremonie in Wiesbaden erwähnte er den Präsidenten oder Verteidigungsminister Hegseth namentlich.

Einer der bekanntesten Generäle der USA

Donahue gehört zu den erfahrensten Offizieren der US-Streitkräfte. Er diente bei den Army Rangers und der Eliteeinheit Delta Force, absolvierte zahlreiche Einsätze in Afghanistan, im Irak und in Syrien und kommandierte später die berühmte 82. Luftlandedivision. Weltweit bekannt wurde er im August 2021. Ein Nachtsichtbild zeigte ihn als letzten US-Soldaten beim Abzug aus Afghanistan – Sekunden, bevor die letzte amerikanische Militärmaschine Kabul verließ.

Sein Abschied aus Wiesbaden markiert nun das vorläufige Ende einer außergewöhnlichen Militärkarriere. Wer dauerhaft die Führung der US-Armee in Europa und Afrika übernimmt, ist bislang offen.

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