Berlin – Riesen-Aufregung um Trumps Diesel-Deal mit Putin! Der US-Präsident hatte angekündigt: In den kommenden Monaten werde Russland bis zu 4,8 Millionen Tonnen Diesel an die USA verschiffen – 300.000 Tonnen sollten „sofort“ fließen.
Noch vor einem Jahr giftete Trump Richtung Europa: „Ich will nicht, dass Europa Öl von Russland kauft.“ So würde Putins Krieg finanziert. Und heute: Trump zeigt sich „glücklich“ über seinen Diesel-Deal mit dem Kreml, der Moskau 6 Milliarden Euro in die Kriegskasse spülen könnte.
Warum Trumps 180-Grad-Diesel-Wende?
Der US-Präsident steht vor wichtigen Wahlen den sogenannten Midterms, die als Stimmungstest für den Mann im Weißen Haus gelten. Es drohen herbe Stimmverluste. Schuld: hohe Spritpreise – getrieben auch durch Trumps Iran-Krieg. Sicherheitsexperte Peter Neumann (51, Kings College London) zu BILD: „Trump kann seinen Wählern signalisieren, dass er etwas gegen die hohen Energiepreise unternimmt.“ Und Politik-Experte Nico Lange (51) macht Trumps Kalkül klar: „Er will von seiner Schuld ablenken und auf die Ukraine zeigen.“
Klappt das?
300.000 Tonnen Diesel decken den US-Bedarf für nur etwa 14 Stunden. Kurios: Die Amerikaner exportieren sogar Diesel, im August 219.000 Tonnen pro Tag. Auf der anderen Seite: Laut Medienberichten musste Russland zuletzt Diesel importieren, weil die Ukrainer die Hälfte der sechs großen Russen-Raffinerien teilweise zerstört haben. Der Kreml hatte sogar ein Diesel-Export-Verbot verhängt.
Die Russen-Barrel dürften den Markt kaum entlasten. Ifo-Chef Clemens Fuest (58) zu BILD: „Ich bin nicht überzeugt, dass das viel bewirkt.“ Sicherheitsexperte Neumann spricht von einer „politischen Show auf Kosten der Ukraine“. Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) nannte die Vereinbarung ein Zeichen der „offensichtliche Schwäche“. Trump gab Selenskyj daraufhin die Schuld für den Teuer-Schock an der US-Tanke und polterte unverhohlen: „Es ist Zeit für einen neuen Präsidenten in der Ukraine.“
„Damit hätten wir nicht gerechnet“
Ein enger Selenskyj-Berater zu BILD-Vize Paul Ronzheimer: „Uns war klar, dass wir während des Wahlkampfs um die Midterms wieder in den Fokus geraten. Aber damit hätten wir nicht gerechnet.“
Am Sonntagnachmittag dann die Überraschung: Trump verkündete auf seiner Plattform Truth Social, Russland und die Ukraine hätten einem sofortigen „Energiewaffenstillstand“ zugestimmt.