Berlin – Die Heizkosten steigen! Besonders hart trifft es Haushalte, die mit Heizöl oder Holzpellets heizen. Und langfristig droht fossiles Heizen zum echten Kosten-Schock zu werden. Nach dem aktuellen Heizspiegel der Beratungsgesellschaft co2online sind die Heizkosten bereits 2025 wieder kräftig gestiegen.
Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus wurden beim Heizen mit Erdgas 1170 Euro fällig – 14 Prozent mehr als im Jahr 2024. Fernwärme verteuerte sich um sechs Prozent auf 1295 Euro. Besonders heftig: Holzpellets legten um 20 Prozent auf 735 Euro zu.
Für 2026 zeichnet sich der nächste Preisschub ab! So sehen die Vorhersagen für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus:
- Heizöl: plus 24 Prozent – auf satte 1275 Euro im Jahr.
- Holzpellets: plus 17 Prozent – auf rund 860 bis 870 Euro.
- Fernwärme: plus 1 Prozent – auf etwa 1310 Euro.
- Wärmepumpe: plus 3 Prozent – auf rund 735 Euro.
- Erdgas: minus 4 Prozent – auf etwa 1120 Euro.
Gerade beim Heizöl und bei Pellets könnte es also richtig teuer werden. Bei Pellets macht co2online unter anderem die anhaltende Knappheit der Rohstoffe verantwortlich.
Etwas Hoffnung gibt es beim Gas: Durch niedrige Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die durchschnittlichen Kosten zunächst sinken. Doch die Entlastung könnte nur von kurzer Dauer sein. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise dürften mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen – und die Gasrechnung Ende 2026 oder 2027 wieder verteuern.
Fossile Heizung wird zum Kostenrisiko
Langfristig sieht co2online eine klare Entwicklung. „Seit zwei Jahrzehnten verfolgen wir, wie sich die Heizkosten in Deutschland entwickeln und werten dafür Zehntausende Abrechnungen aus“, erklärte co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. Ihre Bilanz fällt deutlich aus: „Der Trend ist inzwischen eindeutig: Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei.“
Bis 2045 könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen laut Prognose mehr als verdoppeln. Gründe sind unter anderem steigende CO2-Kosten und höhere Netzentgelte. Auch gesetzlich vorgeschriebene Anteile von Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl könnten die Kosten beeinflussen.
Bei Wärmepumpen sieht die Prognose anders aus: „Die Kosten für Wärmepumpen werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben“, erklärte ein Sprecher von co2online.