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Cherson vor dem Kollaps: Gouverneur ruft zur Evakuierung auf

Cherson vor dem Kollaps: Gouverneur ruft zur Evakuierung auf
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Cherson (Ukraine) – Die Lage in Cherson spitzt sich dramatisch zu. Gouverneur Oleksandr Prokudin (43) ruft jetzt die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung auf – besonders Familien mit Kindern und ältere Menschen. Der Grund: Russland intensiviert seine Angriffe auf die kritische Infrastruktur. Die Gefahr ist real: Strom- und Wärmeversorgung könnten für längere Zeit ausfallen.

„Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben, bitte verlassen Sie die Stadt“, schrieb Prokudin am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Russland greife „täglich“ die kritische Infrastruktur in der Region an. In der Nacht zum Donnerstag bombardierte die russische Armee „erneut das Fernwärmekraftwerk von Cherson mit Gleitbomben“.

Die Anlage wurde durch den Angriff stark beschädigt. Der Gouverneur spricht von einer „äußerst schwierigen Sicherheitslage“. Demnach könne Cherson „ohne Strom und Heizung dastehen, und zwar nicht nur für einige Stunden oder Tage, sondern für einen langen Zeitraum“.

Luftabwehr machtlos gegen neue Waffen

Laut Prokudin setzt Russland in der Region verstärkt Lenkbomben und mit Düsentriebwerken ausgestattete Drohnen ein. Gegen diese Waffen sei die Luftabwehr derzeit machtlos. Die Stadt, in der vor dem Krieg rund 280.000 Menschen lebten, stand nach der Invasion zunächst unter russischer Kontrolle. Ende 2022 wurde die Stadt in einer ukrainischen Gegenoffensive von der Besatzung befreit.

Im vergangenen Winter hatte die russische Armee immer wieder ukrainische Kraftwerke angegriffen und damit zeitweise Millionen Menschen in Kälte und Dunkelheit gestürzt. Wegen eines akuten Mangels an Abwehrraketen gelingt es der Ukraine gerade kaum, russische Luftangriffe abzuwehren. Kreml-Despot Wladimir Putin (73) nutzt das aus und überzieht das Land Nacht für Nacht mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen. Trotzdem kommt seine Armee in der Ukraine nur sehr langsam voran.

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