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Champions-League-Finale: Arsenal-Legende Henry adelt Havertz

Champions-League-Finale: Arsenal-Legende Henry adelt Havertz
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Sie bilden die unterhaltsamste Dreierkette im Fußball-TV. Für den US-Sender CBS analysieren die Experten Thierry Henry (48), Jamie Carragher (48) und Micah Richards (37) die Champions League. Gemeinsam mit Moderatorin Kate Scott (44) führen sie durch die Übertragung des Finales zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal in Budapest. Hier sprechen die drei TV-Stars über den Kampf um die Fußball-Krone Europas.

SPORT BILD: Monsieur Henry, werden Sie als Arsenal-Legende das Champions-League-Finale in Ihrer Expertenrolle für den US-Sender CBS genießen können?

Thierry Henry (48): Es wird schrecklich für mich, weil ich ein Fan bin und wir den Titel noch nie gewonnen haben. Als Jamie (Carragher; d. Red.) bei den Endspielen von Liverpool mitlitt, oder Micah (Richards) bei Manchester Citys Sieg fast weinte, konnte ich ganz entspannt zugucken. Jetzt ist alles anders für mich. Aber ich werde trotzdem professionell sein.

Was würde ein Sieg für Arsenal bedeuten?

Henry: Ich hoffe natürlich, dass sie gewinnen. Die Mannschaft hat die Chance, als die Unvergesslichen in die Geschichte einzugehen, weil wir bei Arsenal diesen Titel noch nie gewonnen haben. Viele Teams geben ihren Trainern keine Zeit. Mikel Arteta hatte die Zeit, um die passenden Spieler zu holen. Das hat zwar sieben Jahre gedauert, aber jetzt steht er im Finale.

Kai Havertz war lange verletzt, erzielte kürzlich ein wichtiges Tor gegen Burnley, das zur englischen Meisterschaft führte. Was bedeutet er fürs Arsenal-Team?

Henry: Er hat diese Gabe, wichtige Tore zu machen. Trainer Mikel Arteta sagte es selbst: Sie haben Kai vermisst, weil er beim Umschalten hilft, stark im Pressing ist. Er macht ständig Druck, versteht das Spiel durch seinen hohen Fußball-IQ sehr gut. Er setzt sein Gehirn ein. Dadurch kann er auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden. Arsenal konnte seinen Ausfall nur kompensieren, weil sie ein tiefes Team mit Viktor Gyökeres hatten. Hoffentlich kann Havertz jetzt einmal verletzungsfrei bleiben.

Carragher: „Spieler werden sie Vieh behandelt“

Falls Paris Saint-Germain als Titelverteidiger erneut gewinnt, gehört das Team dann in die Reihe der größten Champions-League-Sieger aller Zeiten?

Henry: Ich mag diese Vergleiche nicht. Aber sie sind ein attraktives Team zum Zuschauen. Sie sind stark mit und ohne Ball. Zu Beginn der Saison taten sie sich noch schwer, weil sie so viele Spiele in den Knochen hatten, da sie auch noch die Klub-WM gespielt haben. Das führte zu vielen Verletzten, und so fiel es ihnen schwer, richtig in Schwung zu kommen. Aber man sieht, wenn alle fit sind, zeigen sie ihre Leistung. Trainer Luis Enrique hat herausragende Arbeit geleistet.

Stichwort: Belastung der Spieler. Kurz nach dem Finale startet die größte WM aller Zeiten, im vergangenen Sommer wurde mit der Klub-WM durchgespielt. Ist eine Grenze erreicht?

Jamie Carragher (48): Die Top-Spieler werden ein bisschen wie Vieh behandelt. Sie sollen einfach immer weiterspielen. Die Klub-WM halte ich für eine schreckliche Idee. Die Saison geht jetzt für viele PSG-Spieler wieder mit der WM weiter. Irgendwann ist der Bogen überspannt. Du musst den Spielern auch einmal eine Pause geben. Klar verdienen sie viel. Aber wenn sie für ihre Leistungen kritisiert werden, muss man auch im Kopf haben, wie viele Spiele sie bereits hinter sich haben. Die Verbände denken nie an die körperlichen und mentalen Belastungen der Spieler. Wenn die Fifa tut, was sie will, wird man es nicht stoppen können.

Richards: „Ich hoffe, dass Kompany zu Man City zurückkehrt“

Mister Richards, Sie waren lange ein Teamkollege von Vincent Kompany bei Manchester City. Könnte er dort einmal in die Fußstapfen von Pep Guardiola treten?

Micah Richards (37): Ich wusste schon immer, dass er die Intelligenz besitzt. Noch will ich ihn nicht mit Pep vergleichen. Wir müssen schauen, wo er angefangen hat: Er stieg mit Burnley auf, indem er tollen Fußball spielen ließ, dann aber auch wieder ab. Das dürfen wir nicht vergessen. Daher war es ein gewisses Risiko für Bayern, ihn zu holen. Aber ich fand die Entscheidung großartig.

Was zeichnet ihn aus?

Richards: Er ist sehr mutig mit seinem offensiven Fußball. Da er ein junger Trainer ist, musst du es erst einmal schaffen, dass die Spieler auch mitziehen und dir vertrauen. Was er bei Bayern geschafft hat, ist fantastisch. Mit wachsender Erfahrung könnte es sein, dass er etwas vorsichtiger im Angriff agieren wird. Aber mit Bayern hast du eh jede Woche mehr Ballbesitz als der Gegner. Gegen PSG hätte er das vielleicht etwas zurückschrauben können, aber insgesamt empfinde ich nur Liebe und Bewunderung für ihn. Ich hoffe, dass er einmal zu Manchester City zurückkehren wird. Er muss einfach nach Hause kommen.

Wie hat Guardiola den Fußball verändert?

Henry: Pep geht alles mit einer unheimlichen Intensität an. Immer wenn er Spieler verloren hat, ließ er es danach so wirken, als wären diese nie dagewesen. Er findet immer einen Weg zum Erfolg. Er brachte die falsche Neun zurück. Er erfand einen neuen Spielstil, der auf Trainern wie Rinus Michels oder Johan Cruyff basierte. Das ist sein Stammbaum. Doch er hob das Ganze noch auf ein neues Level. Höhere Disziplin, hoch pressen, höher stehen. Dadurch sind Außenverteidiger jetzt ganz anders ausgebildet. Sie ziehen mehr in die Mitte und spielen wie Sechser mit Ball und erobern Bälle. Ich dachte, ich hätte den Fußball verstanden, aber Pep öffnete mir die Augen.

Richards: In dieser Generation, im modernen Fußball gibt es keinen besseren Trainer, auch wenn Luis Enrique ebenfalls sehr erfolgreich ist. Pep hat den Fußball auf ein höheres Level gebracht. Lange gab es die Kritik, dass ihm alle Spieler gekauft werden, und er trotzdem nicht die Champions League gewinnt, aber das hat er dann auch geschafft. Sein Abschied ist nicht nur ein trauriger Tag für Manchester City, sondern für den gesamten Fußball. Ich hoffe, dass wir ihn schon bald wieder in der Champions League sehen. Für mich ist er der Beste aller Zeiten.

Endspiele sind eine Zeit für Trikottausch. Welches ist Ihr liebstes Jersey?

Richards: Bei mir ist es Thierry Henry, weil er der Held meiner Jugend war, sowie Patrick Vieira und Steven Gerrard.

Henry: Das ist einfach: R9 (Ronaldo) bei der WM 1998.

Carragher: Bei mir ist es komplizierter: Ich habe ein Paolo-Maldini-Trikot aus dem Champions-League-Finale 2005 von Liverpool gegen AC Mailand. Doch Steven Gerrard hat auch eines. Daher weiß ich nicht, ob meins wirklich aus dem Spiel ist. Denn wenn du mit Gerrard oder mir Trikots tauschen könntest, nimmst du natürlich das von Steven.

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