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Champions League: Das steckt hinter dem kuriosen Taktik-Trick von PSG

Champions League: Das steckt hinter dem kuriosen Taktik-Trick von PSG
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Den aufmerksamsten Fußball-Fans ist es vielleicht bereits aufgefallen. Allen anderen bietet sich im Champions-League-Endspiel zwischen PSG und Arsenal heute (18 Uhr, ZDF/DAZN und im BILD-Liveticker) die nächste Chance. Die Rede ist vom Anstoß-Trick der Pariser unter Trainer und Taktik-Tüftler Luis Enrique (56).

Statt, wie die meisten Mannschaften, den Ball vom Anstoßpunkt erstmal zurückzuspielen und das Spiel langsam aufzubauen, nutzt PSG oft eine kurios anmutende Variante. Dabei wird der Ball nach dem Anpfiff direkt diagonal Richtung Eckfahne des Gegners ins Aus geschlagen. Auf den ersten Blick ein leichtfertiger Ballverlust. Tatsächlich aber eine ausgeklügelte Taktik. Was steckt dahinter?

Statt den ersten Angriff in der eigenen Hälfte zu starten, ist der Ball so zwar zunächst nicht mehr im PSG-Besitz, dafür aber direkt in der Gefahrenzone des Gegners. Gleichzeitig sprinten mehrere Spieler dem Ball hinterher und stellen beim Einwurf alle Optionen zu, um die gegnerische Mannschaft sofort in eine Drucksituation zu bringen. Das Ziel: Ein Ballgewinn tief in der gegnerischen Hälfte, der schnell in eine Torchance umgewandelt werden kann. Ähnlich wie beim American Football oder Rugby also, wo dem eigenen Kick sofort nachgejagt wird, um den Gegner nah an dessen eigener Endzone unter Druck zu setzen.

Möglicherweise kam Trainer Enrique die Idee sogar beim Rugby. Denn: Als der Spanier mal einige Spiele zu Analysezwecken bewusst von der Tribüne verfolgte, sagte er anschließend: „Rugby-Trainer analysieren Spiele aus einer ganz anderen Perspektive, das ist fantastisch. Ich kann von dort oben alles kontrollieren. Es ist eine interessante Option, die ich auch in Zukunft nutzen werde.“

Enrique fordert kompromissloses PSG-Pressing

Zum PSG-Pressing sagt er zudem: „Unsere Mentalität ist es nicht, uns zu schützen und in der Defensive zu bleiben. Wir werden den Gegner auf jedem Zentimeter des Platzes attackieren. Wir werden mutig sein, angreifen und in der Defensive Risiken eingehen. Das ist der einzige Weg, der mich interessiert.“ Eine klare Marschroute.

Im Königsklassen-Halbfinale gegen die Bayern entwickelte Enrique die Anstoß-Taktik sogar noch weiter. PSG-Torwart Safonov schlug auch seine Abstöße immer wieder lang auf die linke Spielfeldseite ins Aus. Sofort lösten die Franzosen ihr Pressing aus und setzten die rechte Außenbahn der Bayern unter Druck – was auch dazu führte, dass Michael Olise kaum Platz für offensive Aktionen bekam.

Dass der Anstoß-Trick auch im Champions-League-Endspiel zu sehen sein wird, gilt als wahrscheinlich. Sicher kann man sich bei Enrique aber nie sein. Denn er sagt: „Im Fußball gibt es keinen Zauberstab. Die anderen Mannschaften werden dich durchschauen. Man muss ständig etwas ändern und sich weiterentwickeln.“ Arsenal-Trainer Mikel Arteta bestätigte dies auf der Pressekonferenz vor dem Finale: „Wir haben natürlich auch diese Situationen analysiert und sind auf alles vorbereitet.“

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