Der britische Maler David Hockney ist tot. Der Künstler starb am Donnerstag in London im Alter von 88 Jahren, wie die französische Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf sein Umfeld berichtet. Auch die französische Nachrichtenagentur AFP meldete das Ableben Hockneys und berief sich dabei auf seine Agentin Erica Bolton. Demnach sei er nur wenige Wochen vor seinem 89. Geburtstag gestorben.
Hockney galt als einer der bedeutendsten britischen Künstler der Gegenwart. Weltweite Bekanntheit erlangte er vor allem mit Werken wie „A Bigger Splash“ und seinen berühmten „Pool Paintings“. Sein Werk bewegte sich zwischen Pop-Art und Hyperrealismus. Dabei nutzte er immer wieder neue Technologien wie Fotokopierer oder iPhones als kreative Werkzeuge und Inspirationsquellen. 2021 gestaltete Hockney die WELT-Künstlerausgabe.
Hockney wurde am 9. Juli 1937 im nordenglischen Bradford geboren. Schon als Kind widmete er sich intensiv der Kunst und begann im Alter von elf Jahren mit seiner entsprechenden Ausbildung. Später erinnerte er sich daran, täglich bis zu zwölf Stunden gezeichnet zu haben.
Mit seiner markanten runden Brille und dem blond gebleichten Haar war Hockney bereits vor seinem 30. Lebensjahr eine bekannte Figur der britischen und amerikanischen Kunstszene der 1960er-Jahre. Ebenso unverwechselbar waren seine Gemälde. Viele von ihnen erschufen eine traumartige Welt aus gemustertem Licht, das sich in Wasserflächen und Fenstern spiegelte. Menschliche Figuren stellte er in abgeflachten, vereinfachten Formen mit matter Acrylfarbe dar.
Auch auf dem Kunstmarkt setzte Hockney Maßstäbe. 2018 erzielte sein Gemälde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ bei Christie’s einen Preis von 90,3 Millionen Dollar. Damit war er zeitweise der teuerste noch aktive Künstler der Welt, bevor Jeff Koons diesen Rekord knapp übertraf.