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Bärbel Bas bei Miosga: 500 Euro Entlastung im Jahr – sonst keine Reform

Bärbel Bas bei Miosga: 500 Euro Entlastung im Jahr – sonst keine Reform
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Berlin – Es wird immer doller! Im März mahnte SPD-Chef Lars Klingbeil (48), die Deutschen müssten mehr arbeiten. Jetzt erklärte Klingbeils Co-Chefin Bärbel Bas (58) bei Caren Miosga (57) am Sonntagabend, das stimme gar nicht. Die barsche Kritik der Ministerin: „Zu sagen, die Leute arbeiten alle noch zu wenig – die Fakten sind andere, und die Menschen empfinden das anders!“

„Tagesspiegel“-Journalist Daniel Friedrich Sturm reagierte völlig perplex: „Aber Frau Bas, gesamtgesellschaftlich arbeiten die Deutschen doch zu wenig!“ Doch Bas blieb dabei: „Das stimmt überhaupt nicht.“ Der Journalist staunend: „Vergleichen Sie es doch mit unseren Nachbarländern!“ Bas darauf mit einem Ablenkungsmanöver: „Wir haben die höchste Erwerbsquote.“ Sturm: „Ich spreche von der Wochenarbeitszeit.“

Bas griff wieder in die Trickkiste: „Wir haben 1,2 Milliarden Überstunden. Da können Sie doch nicht behaupten, es wird zu wenig gearbeitet in Deutschland!“ Miosga suchte daraufhin Hilfe bei einem Experten: Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Der Wissenschaftler: „Es ist in der Tat so, dass das Arbeitsvolumen rückläufig ist. Wenn wir aus der Krise rauskommen wollen, müssen wir mehr arbeiten.“

Klingbeil oder Bas, wer hat recht?

Danach zeigte die Talkmasterin die entsprechenden Ausschnitte aus Klingbeils Rede. Miosgas Frage an Bas: „Wer hat jetzt recht? Sie sagen, wir müssen gar nicht mehr arbeiten. Er sagt, wir werden mehr arbeiten müssen.“ Die Ministerin ungerührt: „Sie werden jetzt erstaunt sein, dass wir gar nicht auseinanderliegen. (…) Wenn wir so weiterarbeiten wie bisher, haben wir zu wenige. Was er angesprochen hat, (…) ist das, was auch ich immer sage. Wir haben in diesem Land wahnsinnig viel Potenzial, was wir nicht nutzen.“

Dann machte Bas der Bundesregierung eine überraschende Ansage! Angesprochen auf die geplante Steuerreform ihres Co-Parteichefs betonte sie, die Regierung habe das Versprechen abgegeben, dass die Reform „wirklich mehr im Portemonnaie überlässt“. Bas: „Nach meiner Erwartung müsste sie schon mindestens um die 500 Euro im Jahr sein.“ Weniger wäre nicht glaubwürdig.

Miosga hakt verwundert nach: Friedrich Merz (70, CDU) habe sich, bevor er im Amt war, im Talk nicht darauf festlegen wollen, dass den Bürgern am Ende wirklich mehr Netto vom Brutto bliebe – denn es müsste ja auch der Sozialstaat reformiert werden. „Aber Sie trauen sich zu sagen, es wird so kommen?“, fragt Miosga nach. Da zieht Bas die rote Linie: „Ansonsten brauchen wir keine (Reform, d. Red.) zu machen, ich sag‘ das jetzt mal so deutlich.“

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