Berlin - Sie fürchtet sich vor den Clan-Trupps und Islamisten in den eigenen Reihen – jetzt braucht Berlins Linke-Wahlsiegerin Elif Erlap (45) Personenschutz für einen Tag: den Landsparteitag der Linken an diesem Samstag! Entsprechende BILD-Informationen wurden am Freitag aus Sicherheitskreisen bestätigt. Das heißt: Die Chefin der radikalen Berliner Linken benötigt Schutz vor den eigenen Leuten!
Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass Eralp wegen Vertretern der organisierten Kriminalität und Islamisten in den eigenen Reihen Angst um sich und ihre Familie hat. Beschützt werden muss sie nun von den Polizisten, gegen die sie und ihre Linke noch aktiv Wahlkampf gemacht hatten.
Wie groß die Angst von Eralp um sich und ihre Familie wegen Bedrohungen aus dem eigenen Milieu ist, sollte die Öffentlichkeit eigentlich nicht erfahren. Bekannt wurde sie nur durch eine Panne: Nach einem Interview mit dem „Spiegel“ schickte Eralps Team die autorisierte Fassung zurück. Dumm nur: Im Dokument waren noch interne Kommentare zu sehen. Darin schrieb Eralp: „Ich kann mich und meine Familie für den SPIEGEL nicht in Gefahr bringen.“
Ausgerechnet eine Frage zum Berliner Terror-Unterstützer und Linke-Fan Ibrahim Ibrahim und ihre Antwort darauf wollte sie streichen lassen. Dabei tanzte Ibrahim noch vor wenigen Wochen auf der Wahlparty der Berliner Linken. Eralps Begründung: Im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität sei ihr vom Landeskriminalamt empfohlen worden, keine konkreten Namen zu nennen.
Noch im Wahlkampf hatte sich Elif Eralp für weniger Polizei ausgesprochen. Ende August sagte sie: „Man muss darüber reden, wie man die Aufgaben der Polizei reduzieren kann.“ Die Berliner Linken forderten in ihrem Wahlprogramm, die „teure Aufrüstung“ der Polizei zu stoppen, Personal bei der Polizei abzubauen und Aufgaben möglichst durch soziale Arbeit und Prävention zu ersetzen. Ihre Forderung: Sozialarbeiter statt Polizisten!
Bei der Berliner Polizei sorgt der Widerspruch für Kopfschütteln. Polizeigewerkschafter Stephan Weh (48) zu BILD: „Frau Eralp merkt jetzt, wie wichtig die Polizei ist. Gerade wenn es um die eigene Sicherheit geht.“ Weh erinnert an die Forderungen der Linken nach weniger Polizei und mehr Sozialarbeit: „Sozialarbeiter könnten Frau Eralp nicht so gut beschützen.“ Die Polizei sei „nicht der Gegner der Linken“, sondern Teil des demokratischen Rechtsstaats. Ihre Aufgabe sei es, Menschen zu schützen, wenn sie sich gefährdet fühlen. „Auch dann, wenn man sich mit den falschen Menschen eingelassen hat.“