Ufa – Mysteriöser Vorfall in Russland! Bei den russischen Junioren-Meisterschaften in Ufa sind mehrere Nachwuchs-Biathleten erkrankt. Das Ermittlungskomitee der Republik Baschkortostan hat nun ein Strafverfahren wegen möglicher Verstöße gegen die sanitären Vorschriften eingeleitet. Auch der Verdacht auf eine mögliche Vergiftung der Athleten wird untersucht. Das berichtet unter anderem die russische Nachrichtenagentur Tass.
Acht Teilnehmer im Alter von 17 bis 18 Jahren hatten am 27. September medizinische Hilfe benötigt, nachdem bei ihnen Symptome einer akuten Darminfektion aufgetreten waren. Nach Angaben des lokalen Nachrichtenportals Ufa1 klagten die Jugendlichen unter anderem über Bauchschmerzen und Erbrechen.
Die Nachwuchssportler sollen zuvor in einem Café auf dem Gelände der Biathlon-Sportschule für olympischen Nachwuchs in Ufa gegessen haben. Ob tatsächlich die Verpflegung für die Erkrankungen verantwortlich ist, steht allerdings noch nicht fest.
Sportler mussten Speichelproben abgeben
Die Jugendlichen wurden noch vor Ort behandelt. Ins Krankenhaus musste wohl keiner. Die Behörden wollen nun herausfinden, was die Erkrankungen ausgelöst hat. Dafür wurden Speichelproben von den erkrankten Sportlern und Mitarbeitern genommen. Untersucht werden außerdem Lebensmittel, Rohstoffe und Abstriche aus der Umgebung. Auch das Personal der Einrichtung wird von den Ermittlern befragt.
Die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadzor hatte bereits eine epidemiologische Untersuchung eingeleitet und das Sportzentrum auf mögliche Infektionsquellen überprüft. Nach bisherigen Angaben wurden dabei keine Faktoren festgestellt, die auf ein erhöhtes Risiko einer weiteren Ausbreitung hindeuten.
Russlands Biathlon-Szene weiter isoliert
Die Junioren-Meisterschaften finden trotz der internationalen Sperre Russlands und Belarus' statt. Beide Verbände und ihre Athleten sind seit 2022 aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von internationalen Biathlon-Wettbewerben ausgeschlossen.
Russland hatte im Juni bei der Internationalen Biathlon-Union (IBU) Unterlagen eingereicht und erklärt, die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu erfüllen. Die IBU prüfte den Antrag – beim Kongress im September blieb die Suspendierung jedoch bestehen.