Persönliche Einblicke in eine besondere Freundschaft! Der Tod von Fußball-Legende Peter Hermann (†74) bewegt weiterhin ganz Fußball-Deutschland. Jetzt meldet sich einer zu Wort, der dem langjährigen Co-Trainer so nahe war wie kaum ein anderer: Jupp Heynckes (81).
In einem bewegenden Gastbeitrag für den „Kicker“ nimmt der Triple-Trainer Abschied von seinem Freund, Vertrauten und langjährigen Wegbegleiter. Die beiden arbeiteten bei Bayer Leverkusen und dem FC Bayern jahrelang Seite an Seite, feierten gemeinsam große Erfolge.
Für Heynckes war Hermann mehr als nur ein klassischer Co-Trainer. Die Nachricht vom Tod trifft ihn mit voller Wucht. Als am Samstagabend ein Anruf von Hermanns Tochter Rebecca auf seinem Handy erscheint, ahnt Heynckes sofort Schlimmes. Die Befürchtung bestätigt sich: Peter Hermann hat den Kampf gegen die unheilbare Nervenkrankheit ALS verloren. „Meine Frau Iris und ich saßen am Tisch und konnten unsere Tränen nicht mehr aufhalten“, schreibt Heynckes.
Besonders die letzten Monate seines Freundes hätten ihn tief bewegt. Heynckes: „Als ich ihn vor etwa drei Monaten letztmals besucht habe, konnte er kaum noch sprechen. Auf der Heimfahrt habe ich, das Bild meines so schrecklich gezeichneten Freundes vor Augen, im Auto bitterlich geweint.“
Bis zum Schluss besuchte Hermann Spiele von Bayer
Trotz seiner schweren Erkrankung blieb Hermann bis zuletzt eng mit dem Fußball verbunden. Noch vor wenigen Wochen besuchte er Spiele seines Herzensvereins Bayer Leverkusen. Freunde des Klubs hatten ihn regelmäßig im Rollstuhl in die BayArena gebracht. Sein letztes Heimspiel erlebte er Anfang September beim 4:0 gegen Union Berlin.
Bis zuletzt tauschten sich Heynckes und Hermann per Whatsapp aus. Nicht nur über Fußball, sondern auch über Politik, die Weltlage und das Leben. Für Heynckes war Hermann der perfekte Partner. Als ihn Uli Hoeneß 2017 noch einmal nach München holte, stellte er eine Bedingung: „Nur mit Peter Hermann zusammen. Sonst komme ich nicht.“
Mit besonderer Wärme beschreibt Heynckes die Stärken seines Freundes. Hermann habe ein außergewöhnliches Fußballwissen besessen, sei loyal, fleißig und bei Spielern gleichermaßen respektiert wie beliebt gewesen. „Die Spieler haben Peter nicht nur gemocht, sie haben ihn geliebt“, schreibt Heynckes.
Kurz vor Hermanns Tod schrieb Heynckes ihm eine letzte Nachricht: „Peter, du warst immer bescheiden, obwohl du viel mehr Klugheit und Wissen als andere hattest, deine Mitarbeit in Leverkusen und bei Bayern hat mir immer sehr viel bedeutet. Du bist für mich mehr als nur ein Freund.“