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Bekannter Rucksack-Hersteller insolvent: Alle Mitarbeiter gekündigt

Bekannter Rucksack-Hersteller insolvent: Alle Mitarbeiter gekündigt
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Schwerin – Seit 2012 produzierte das Unternehmen Taschen und Rucksäcke in Handarbeit. Der Hersteller erlangte vor allem für seine hochwertigen Wander- und Fahrradrucksäcke über die Grenzen Deutschlands hinaus Bekanntheit. Jetzt ist die Firma insolvent, die Produktion bereits eingestellt. Die gesamte Belegschaft muss gehen.

Am 1. August 2026 wurde das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) eröffnet. Das Unternehmen kann Verbindlichkeiten nicht mehr stemmen. Zuletzt beschäftigten die beiden Geschäftsführer Christian Karius und Stephan Rodewald laut dem Nachrichtenportal Schwerin-News noch vier Mitarbeiter. Sie verlieren ihren Job.

Wie der Hersteller in die Insolvenz rutschte

Der Rucksack-Hersteller gibt auf seiner Website als Grund für die Insolvenz gestiegene Produktionskosten an: „Die Herstellung hochwertiger Taschen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden.“ Materialkosten, Energiepreise und Lohnkosten machten eine wirtschaftliche Produktion unmöglich.

Zusätzlich hätten fehlende Fachkräfte und hohe Personalkosten der Firma das Genick gebrochen: „Wir haben neue Mitarbeiter gesucht, Prozesse verändert und Ideen ausprobiert. Am Ende mussten wir jedoch akzeptieren, dass wir unser ursprüngliches Geschäftsmodell nicht mehr fortführen können“, heißt es.

Corona-Pandemie, Schulden und Plagiate

Laut dem Nordkurier hatte sich der Rucksack-Hersteller bereits während der Corona-Pandemie verkalkuliert. Er habe Stoffmasken für das Schweriner Krankenhaus genäht und sei dann auf ihnen sitzen geblieben, als die Pflicht für FFP2-Masken die Stoffmasken unverkäuflich machte. Das Unternehmen habe Kredite aufnehmen müssen, könne diese nun nicht zurückzahlen.

Des Weiteren hätten Mitbewerber ihre Rucksäcke und Taschen kopiert, die Plagiate günstiger verkauft. Karius zum Nordkurier: „Wenn du eine gute Idee entwickelst und viel Zeit und Arbeit in ein Produkt investierst, dauert es heute oft nicht lange, bis vergleichbare Lösungen zu deutlich niedrigeren Preisen auf den Markt kommen.“

So geht es für das Unternehmen weiter

Da alle Fachkräfte weg sind, gibt es auch den Reparaturservice nicht mehr. Dennoch wollen die Chefs in den Bereichen Bootsverdecke und Schutzabdeckungen weiterhin in Deutschland produzieren. Zudem soll der „Easy-Exo“, eine Fahrrad-Ladefläche, weiter hier vertrieben werden.

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