Hamburg – „Lass uns auf den Bolzplatz.“ Oder: „Ich gehe auf den Bolzplatz. Irgendeiner ist bestimmt schon da …“ Die Streetwear-Marke Bolzplatzkind hat dieses Lebensgefühl aus Kindheit und Jugend über Jahre perfekt transportiert. Doch jetzt ist Schluss!
Gründer Henoch Förster musste für sein Modelabel Insolvenz anmelden. 2015 war Bolzplatzkind online gegangen. Das Insolvenzverfahren über die Bolzplatzkind GmbH wurde am 13. Oktober 2026 vom Amtsgericht Hamburg eröffnet. Insolvenzverwalter ist Jan Ockelmann.
Kleidung auch bei Fußballfans beliebt
Besonders bitter: Die Marke galt vielen Fußballfans als Kult. Schon das Logo der Kleidung sticht heraus. Ein Fußballtor umrahmt den Namen. Und auch die Botschaft kam an. Auf der Unternehmensseite heißt es: „Jeder, der auf den Bolzplatz kommt, darf mitspielen. Ob er unsere Sprache spricht oder nicht. Ob er arm ist oder reich. Dick oder dünn. Rechts oder links.“
So ging das Streetwear-Label pleite
Warum die Pleite? „Die Corona-Pandemie brachte einen Einbruch beim Umsatz. Danach folgten neue Krisen und eine sinkende Kaufkraft, welche insbesondere die Textilbranche hart getroffen haben“, erklärt Firmenchef Henoch Förster gegenüber BILD. Und: „Bolzplatzkind war mein Leben. Doch am Ende stand der Aufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ertrag. Nach elf Jahren Kampf und Aufreibung an der Online-Front ist man irgendwann müde“, so der 41‑Jährige.
Unternehmen stellt den Betrieb ein
Die bittere Folge: „Die GmbH wird nicht saniert, der Betrieb ist eingestellt“, sagt der Firmengründer. Und das, obwohl die Marke beliebt war. Auch Promis wie Fußballer Marco Reus und TV-Moderator Daniel Aminati zeigten sich mit Produkten der Marke. Und auf Social Media entwickelte sich eine treue Fangemeinde für die Mode. Auf Instagram folgen Bolzplatzkind rund 60.000 Menschen. Manche Fans gingen sogar noch weiter. Förster: „Über 70 Leute haben sich das Logo tätowieren lassen. Und das sind nur jene, von denen ich es weiß.“
Hat die Modemarke eine Zukunft?
Wie geht es für die Streetwear-Marke und das Unternehmen weiter? „Die Marke Bolzplatzkind gehört mir persönlich und ist nicht Teil der GmbH. Ich wünsche mir, dass die Marke weiterlebt, und bin offen für Gespräche über ihre Zukunft“, so der Chef. Und er sieht großes Potenzial: „Der Slogan ‚Großgeworden, Kind geblieben‘ drückt das aus, wonach sich viele sehnen. In einer angespannten Zeit locker zu bleiben. In einer vernünftigen Hand und mit frischer Energie hat Bolzplatzkind als Lovebrand eine echte Zukunft.“