Die Saison der Niners Chemnitz war eine Enttäuschung. Die Sachsen verpassten erst zum zweiten Mal seit ihrer Premieren-Saison (2020/2021) in der Easycredit Basketball-Bundesliga die Playoffs. Zudem gab es immer wieder Berichte über Unruhe in der Mannschaft. Darum ist beim EuroCup-Vertreter der Neuaufbau in vollem Gange. Einer der Neuen macht gehörig Eindruck – schon allein wegen seines Namens. Denn der Neue heißt mit vollständigem Namen: Jannis Alexander Götz Maria Freiherr von Seckendorff.
Sage und schreibe 46 Buchstaben! Mehr hatte noch kein Spieler in der Geschichte der Niners. Und ein Fiebertraum für jeden Trikot-Beflocker! Darum wird auf seinem Niners-Trikot voraussichtlich auch nur der Name Seckendorff stehen … Nach Mateo Seric (27/aus Heidelberg) und dem Deutsch-Franzosen Yohan Choupas (26/Chalon) ist Jannis von Seckendorff der dritte Neue bei den Niners. Der bullige Flügelspieler (2,04 Meter, 96 Kilo) kommt von Zweitligist Eisbären Bremerhaven und unterschrieb für ein Jahr. Trainer Rodrigo Pastore (54) bekommt damit nicht nur einen Nachwuchsspieler mit Potenzial – sondern auch reichlich blaues Blut in sein Team.
BBL: Niners Chemnitz verpflichten Jannis Alexander Götz Maria Freiherr von Seckendorff
Die heute weitverzweigte Familie von Seckendorff zählt zu den ältesten Adelsfamilien Frankens und ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Aus ihr gingen Militärs, Staatsmänner, Gelehrte, Diplomaten und der Gründer der deutschen Pfadfinderbewegung hervor – und nun ein BBL-Profi! „Ich hatte viele Gespräche mit Headcoach Rodrigo Pastore“, erzählt von Seckendorff. „Am meisten freue ich mich auf die Heimspiele in der Messe. Die Fans sind weithin für ihre leidenschaftliche Unterstützung bekannt und mein Bremerhavener Teamkollege Dominique Johnson hat mir auch sonst viel Gutes berichtet.“
Von Seckendorffs Großvater lebte in Dresden. Der Neu-Chemnitzer selbst stammt aus Köln und durchlief das Nachwuchs-Programm der Telekom Baskets Bonn. Vor einem Jahr wechselte er in die ProA nach Bremerhaven und verpasste dort gerade durch die Halbfinal-Niederlage (2:3) gegen den späteren Meister Phoenix Hagen nur knapp den Aufstieg. Durch den Wechsel schafft er nun trotzdem den Sprung in die erste Liga. Und verspricht: „Mit Kampfgeist und Energie möchte ich mich beweisen und allem voran unsere Fans mitreißen!“ In Chemnitz soll er mit für mehr Tiefe auf den deutschen Positionen sorgen. Zumal die Zukunft von Topscorer Kevin Yebo (30) ungewiss ist. Der Niners-Star schmiss gerade als Leihspieler mit La Laguna Teneriffa sensationell Top-Favorit Real Madrid aus den spanischen Playoffs. Und macht dabei in der europäischen Top-Liga ACB mit starken Leistungen Werbung in eigener Sache …