Es war das große Fest des deutschen Sports: In Hamburg wurden am Montag die „Sport Bild“-Awards überreicht. Zum 24. Mal zeichnete Europas führendes Sportmagazin Sportlerinnen und Sportler für ihre herausragenden Leistungen aus. Rund 700 Größen des Sports waren in der Fischauktionshalle dabei. TV-Moderatorin Esther Sedlaczek führte durch den kurzweiligen und emotionalen Abend.
Mit dem Legenden-Award wurde Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) geehrt. Insgesamt 48 Titel gewann der gebürtige Ulmer als Spieler und Funktionär, darunter auch den EM-Titel 1972 und WM-Titel 1974 mit der Nationalmannschaft. 1979 wurde er mit 27 Jahren Manager des damals verschuldeten FC Bayern und baute den Verein fortan zu einer Weltmarke auf. Später wurde er Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern. Eine launige Laudatio hielt der Kabarettist Bruno Jonas, der seit langer Zeit eng mit Hoeneß verbunden ist.
Neben der Auszeichnung für Hoeneß gab es noch andere bedeutsame Ehrungen. Aufsteiger des Jahres wurde der FC Schalke 04. Nach drei Jahren ist der Revierklub zurück in der Bundesliga. Vor dem Heimspiel am 32. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf marschierten 20.000 Fans zum Stadion. Der 1:0-Sieg und der damit verbundene Aufstieg versetzten sie in Ekstase. Stellvertretend nahmen Trainer Miron Muslic, Sportdirektor Youri Mulder und Kapitän Kenan Karaman die Auszeichnung entgegen.
Littler und Zverev geehrt
Der Olympia-Award ging an Julia Taubitz. 2022 in Peking stürzte sie noch dramatisch im Eiskanal, doch 2026 in Cortina d’Ampezzo wurden ihre Olympischen Spiele: Die Rennrodlerin aus dem Erzgebirge holte Gold im Einzel und mit der Teamstaffel. Weiterhin begeisterte sie mit ihrer erfrischenden Art.
Den Weltmeister-Award erhielt Luke Littler. Der Engländer ist der jüngste Weltmeister in der Geschichte des Darts-Sports. Schon 2025 holte er sich im Ally Pally in London den Titel, 2026 verteidigte er ihn. „Luke the Nuke“ (Abkürzung für „nuclear weapon“, zu Deutsch: Atomwaffe) zerstört die Gegner und dominiert seinen Sport. Seit November 2025 führt er die Darts-Weltrangliste an. In diesem Jahr holte er bereits sechs Major-Titel. Auf Instagram erreichte Littler als erster Darts-Profi eine Million Follower. Ein echter Volltreffer.
Star des Jahres: Alexander Zverev. Langer Anlauf, umso größer war die Freude: Der Tennisprofi aus Hamburg gewann bei den French Open sein erstes Grand-Slam-Turnier. „Darauf habe ich mein ganzes Leben hingearbeitet“, sagte er in einer Schalte mit Hamburgs Innensenator Andy Grote. Da Zverev bei den US Open in New York spielt, konnte er nicht vor Ort in Hamburg sein.
Der Kids-Charity-Award ging an Tobias Gemein (All Inclusion Sports e.V.). Bei dem ersten inklusiven Indoor-Sportverein in Bonn und Köln treiben Kinder mit und ohne Einschränkung gemeinsam Sport. Das Motto: Miteinander statt nebeneinander. Und: Erlebnis statt Ergebnis. Gründer Tobias Gemein nahm den Preis für sein vorbildliches Engagement entgegen.
Harry Kane ist der Fußballstar des Jahres
Fußballstar des Jahres wird Harry Kane. Mit 61 Pflichtspieltoren in einer Saison (51 Spiele) schrieb der Engländer Sportgeschichte. In der Bundesliga traf er 36-mal und wurde zum dritten Mal in Folge Torschützenkönig – das schaffte noch niemand. Beim 3:0 im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart schoss Kane alle drei Tore. Und auch bei der WM traf er sechsmal und erreichte als Kapitän mit England Platz drei. Ein Stürmer der Superlative, der sich auch nicht zu schade ist, nach hinten zu arbeiten.
Der Sonderpreis der Chefredaktion ging an Leo Neugebauer. Nach oben kommen – das schaffen einige. Oben bleiben und die Leistung bestätigen – das schaffen wenige. Der Zehnkämpfer machte es vor: Nach WM-Gold 2025 in Tokio krönte er sich 2026 in Birmingham zum Europameister. Mit letzter Kraft stürzte er sich im abschließenden 1500-Meter-Lauf ins Ziel und rettete seinen Vorsprung vor Landsmann Niklas Kaul. Völlig zu Recht darf sich Neugebauer „König der Athleten“ nennen.
TV-Award: Magenta TV. Prominenz, Kompetenz, Unterhaltung – das alles bot Magenta TV bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Man übertrug alle 104 Spiele, überzeugte aber nicht nur mit Masse, sondern auch Klasse. Als Experten gaben sich Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels ein Stelldichein der Weltstars. Stellvertretend nahmen Johannes B. Kerner, Laura Wontorra, Wolff Fuss, Arnim Butzen und Tabea Kemme in Hamburg den Preis entgegen.