Moskau – Der Tod des iranischen Obermullah Ali Chamenei hat den Kreml offenbar in Alarmbereitschaft versetzt. Nach Informationen der „Financial Times“ reagierten russische Sicherheitsdienste unmittelbar nach dem Tod des Obermullahs am 28. Februar – und schalteten Teile eines speziellen Überwachungssystems ab, das dem Schutz von Kremlchef Wladimir Putin (73) und anderen Spitzenvertretern dienen soll.
Der Grund: Moskau fürchtete offenbar, selbst Opfer einer ähnlichen Geheimdienstoperation zu werden wie der Iran. Laut Financial Times nutzten israelische Geheimdienste moderne KI-Technologie, um gewaltige Mengen iranischer Überwachungsvideos auszuwerten. Die Systeme analysierten Bewegungsmuster, identifizierten Abläufe und fanden so schließlich ein Treffen von Obermullah Ali Chamenei in seinem Palast, das anschließend bombardiert wurde.
Angst vor Schwachstellen im Sicherheitsnetz
Im Kreml schrillten daraufhin die Alarmglocken und der Geheimdienst schaltete das auf Putin und die Russenbosse zugeschnittene Überwachungssystem ab. Nach Angaben der US-Zeitung handelte es sich bei dem abgeschalteten Netz nicht um die regulären rund 300.000 Moskauer Überwachungskameras, sondern um ein separates Sicherheitssystem zum Schutz russischer Spitzenvertreter. Nach Angaben der Financial Times nahmen Spezialisten das System gründlich unter die Lupe. Erst nachdem es überprüft und stärker vom Internet abgeschottet worden war, nahmen die Behörden die Überwachungstechnik wieder in Betrieb.
Kreml fürchtet KI-Spionage
Die Kreml-Angst kommt nicht von ungefähr. Moderne KI-Programme können inzwischen Millionen Stunden Videomaterial automatisch durchsuchen, Bewegungsprofile erstellen und bestimmte Verhaltensmuster erkennen. Ein europäischer Geheimdienstler bezeichnete diese Fähigkeit als den „heiligen Gral der Überwachung“. Besonders beunruhigte den Kreml offenbar die Möglichkeit, dass solche Spionagemethoden bereits gegen Russland eingesetzt werden könnten. Nach Angaben der Financial Times gehen russische Sicherheitskreise davon aus, dass ukrainische Dienste Zugriff auf russische Verkehrs- und Überwachungskameras sowie auf Mobilfunkdaten erlangt hätten – ein ukrainischer Hacker soll dies gegenüber der Financial Times bestätigt haben.