München – Ihre Haare machten sie unsterblich: Bis heute ranken sich Mythen um die Mähne von Kaiserin Elisabeth von Österreich – auch genannt Sisi (1837–1898). Ihre prächtigen Locken sollen bis zum Boden gereicht haben. An manchen Tagen soll Sisi sogar Kopfschmerzen von der Last ihrer Haarpracht bekommen haben.
Genau diese Haare könnten jetzt einige Sisi-Fans zu einem Münchner Auktionshaus locken: Ein Kinderlöckchen der schillernden Kaiserin kommt zusammen mit mehr als 1000 anderen Objekten aus herzoglichen Nachlässen unter den Hammer.
Acht Haarlocken in einem Schmuckstück
In vielen Familien gilt es als Tradition, die erste Haarlocke eines Kindes aufzubewahren. Auch bei der bayerischen Herzogsfamilie Wittelsbach war das so. Insgesamt acht Locken ihrer Kinder wurden in ein besonderes Schmuckstück eingearbeitet. Jetzt steht die historische Preziose zur Versteigerung.
Haarlocke „absolute Besonderheit“
Als „vielleicht außergewöhnlichstes“ Objekt bewirbt das Auktionshaus Scheublein die in Messing gerahmte Sammlung von Kinderhaaren der kleinen Elisabeth – der späteren Kaiserin Sisi – und ihrer sieben Geschwister. Darunter sind Nené und Herzog Carl Theodor, der später das Familienoberhaupt werden sollte. Sisi wurde 1854 durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. Kaiserin von Österreich. 1867 wurde sie auch Königin von Ungarn. „Die Lockensammlung ist eine absolute Besonderheit“, so Auktionshauschefin Nikola Scheublein zu BILD.
Nachlässe von Herzögen werden versteigert
Mehr als 1000 weitere Objekte aus dem Nachlass der Herzöge in Bayern werden im Juni versteigert. Der Auktionskatalog ist umfangreich. Er listet Porträtminiaturen, Schmuckstücke, Besteck, über 100 Tabakdosen, kostbare Waffen und Jagdröcke herzoglicher Forstbeamter auf.
Zwei Kännchen vom Märchenkönig
Ebenfalls im Angebot: Zwei silberne Schokoladenkannen mit eingraviertem „L“ erinnern an Ludwig II. Die Kannen stammen aus dem Jahr 1857. Der spätere Märchenkönig war damals zwölfjähriger Kronprinz. Startpreis: 1.400 Euro.
Den höchsten Schätzwert hat ein Hirschfänger aus dem Besitz von Carl Theodor in Bayern (1839–1909). Griff und Beimesser bestehen aus Silber mit vergoldeten Partien. Die Scheide ist aus grünem Samt gefertigt. Die Klingen sind mit Jagdszenen verziert. Schätzpreis: 30.000 Euro.
Auktion beginnt am 25. Juni
Die Sonderauktion läuft in Kooperation mit der Philipp Württemberg Art Advisory GmbH und dem Auktionshaus Karl & Faber. Die Versteigerung erfolgt am 25. und 26. Juni ab 12 Uhr live auf der Internetseite des Unternehmens.