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Angriff auf Söder: GSG9-Mann: So gefährlich war es für den CSU-Chef

Angriff auf Söder: GSG9-Mann: So gefährlich war es für den CSU-Chef
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Berlin - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) wurde von einem Mann mit Tomaten attackiert, als er ein Volksfest besuchte. Ein Video dokumentiert das Einschreiten der Polizei. BILD zeigte die Filmaufnahmen einem Sicherheitsexperten, Dieter Fox (79). Fox ist ein früherer GSG9-Mann (Held von Mogadischu) und Spezialist für Personenschutz.

„Erst herbeigeschrien“ – Kritik am Einsatzablauf

Personenschutz-Experte Fox kritisierte den Einsatz gegenüber BILD: „Der Angreifer wurde zwar schnell zu Boden gebracht. Anschließend hätte Markus Söder aber sofort in ein Fahrzeug oder zumindest in einen Hauseingang gebracht werden müssen. Das war auf dem Gelände offenbar nicht möglich.“

Seine Kritik: „Die Schutzpolizei kam aus meiner Sicht zu spät – und erst, nachdem sie herbeigeschrien wurde. So etwas muss kontrolliert über Funk ablaufen.“ Dazu benutze man „Codeworte oder Tarnziffern“.

Niemand sicherte die Umgebung

Fox sieht ein grundsätzliches Problem in der Aufstellung der Beamten: „Alle Schutzpolizisten konzentrieren sich auf den Tomatenwerfer. Niemand sichert die Umgebung.“ Seine Warnung: „Hätte es sich um Angreifer mit Schusswaffen und Tötungsabsicht gehandelt, hätte die Schutzperson in diesem Moment getötet werden können.“

Auch auf die Gefahr eines zweiten Angreifers sei man offenbar nicht vorbereitet gewesen. Fox: „Terroristen setzen häufig eine zweite Person als sogenannten Abdecker ein.“

Wie es richtig gelaufen wäre, beschreibt der Experte so: „Erfahrene Personenschützer hätten die Schutzperson in einer solchen Lage auf den Boden gebracht und mit ihren eigenen Körpern abgeschirmt, bis ein Fahrzeug bereitsteht und der Weg dorthin gesichert ist.“

Es sei immer höchst bedrohlich, so Fox, „wenn Täter so nah an eine Schutzperson herankommen!“ Es geht nicht um Tomaten, Torte, Glas Bier oder ähnliches – vorrangig geht es darum, dass hier die Distanz vom Täter überschritten wurde!“

Jeder Angriff ist potenziell lebensgefährlich

► Bodyguard Rainer Schanz (65) war für den Schutz von Bundeskanzlern zuständig. Er begleitete Gerhard Schröder und Angela Merkel auf vielen Terminen. Er sagt: „Man kann den Bildern entnehmen, dass der Angreifer kurzfristig zwischen Söder und seinen Personenschützern stand.“ Das sei „kritikwürdig“. Und weiter: „Aber 100 Prozent Sicherheit kann es nie geben, jeder Auftritt in der Öffentlichkeit ist ein Risiko“.

► Sicherheitsexperte Christopher Wagner war früher Soldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Er meint: Grundsätzlich müsse im Personenschutz jeder Angriff zunächst als „potenziell lebensbedrohlich“ eingestuft werden. Gerade beim Schutz von Spitzenpolitikern gehe es aber immer um einen „Kompromiss zwischen Sicherheit und Bürgernähe“.

Nach BILD-Informationen handelt es sich bei dem 31-jährigen Täter um einen Mann aus der örtlichen links-alternativen Szene.

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