Politik

Angela Merkel vor Wahl in Sachsen-Anhalt: „Wir müssen jetzt ein bisschen mutig sein“

Angela Merkel vor Wahl in Sachsen-Anhalt: „Wir müssen jetzt ein bisschen mutig sein“
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Berlin – Alarmruf der Alt-Kanzlerin! Eine Woche vor der Schicksalswahl in Sachsen-Anhalt richtet Angela Merkel (72, CDU) einen eindringlichen Appell gegen die AfD – die Rechts-Partei, die in ihrer Amtszeit entstanden und groß geworden ist. Merkels Weckruf: „Ich glaube, wir müssen jetzt mal wieder, was wir viele Jahrzehnte nicht mussten, richtig für diese Demokratie kämpfen und uns einfach einsetzen und auch ein bisschen mutig sein und unser Wort stehen und sagen, das ist eine tolle Art zu leben.“

Das Schlüsselwort ihrer Botschaft lautet: mutig. Ein Begriff, den Merkel während ihrer 16 Jahre im Kanzleramt eher selten in den Mittelpunkt gestellt hat. Bei einer Veranstaltung in Berlin zeichnete Merkel ein Bild, das viele politische Beobachter alarmiert.

Für Merkel ist die Partei längst kein ostdeutsches Phänomen mehr. „Sie ist ein gesamtdeutsches Phänomen geworden“, sagte die CDU-Politikerin. Die Erfolge der AfD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seien dafür ein deutlicher Beleg.

Merkel: AfD bestimmt alle unsere Gespräche

Besonders kritisch sieht Merkel, wie stark die Debatten von der AfD geprägt werden. Im Wahlkampf habe die Partei es geschafft, „alle unsere Gespräche von morgens bis abends zu bestimmen“. Die Folge: Andere politische Inhalte geraten in den Hintergrund, viele Bürger wüssten kaum noch, wofür die übrigen Parteien eigentlich stehen.

Zu Merkels Weckruf gehört aber auch, dass die AfD 2013 aus Frust über ihre Politik entstanden ist – wegen der Euro-Rettungspolitik, die Merkel als „alternativlos“ bezeichnete. Seit 2015 wurde die AfD als Protestpartei gegen Merkels „Wir schaffen das“ in der Flüchtlingskrise größer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD am 6. September das erste Bundesland mit einer Alleinregierung übernehmen. Aktuelle Umfragen sehen die Rechts-Partei bei 42 Prozent, die CDU abgeschlagen bei 22 Prozent.

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