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AfD-Politiker war DDR-Spitzel: Akte offenbart Treffen und Verrat

AfD-Politiker war DDR-Spitzel: Akte offenbart Treffen und Verrat
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Potsdam/Gera – Unter dem Decknamen „Hubert“ arbeitete der heutige AfD-Landtagsabgeordnete von Brandenburg, Jean-René Adam (61), als inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Kriminalpolizei „K 1“. Er spitzelte Jugendliche in Gera (Thüringen) aus. Mehr als ein Dutzend Mal traf er sich konspirativ mit seinem Führungsoffizier. Das ergab eine Untersuchung durch eine Stasi-Überprüfungskommission vor einem Monat. Auf Antrag von BILD gab das Stasi-Unterlagen-Archiv jetzt die Spitzel-Akte heraus.

Die Abteilung „K1“ der DDR-Kriminalpolizei arbeitete eng mit der Stasi zusammen. Die DDR-Geheimpolizei archivierte auch die Akte von Jean-René Adam. Am 18. Januar 1983 verpflichtete sich der damals 18-jährige Adam in Gera (Thüringen) handschriftlich als Polizei-Spitzel.

Am 25. Oktober 1983 verrät „Hubert“ in einem handschriftlichen Bericht über das Gespräch mit einem Bekannten, dass dieser eine Flucht aus der DDR in die USA plante. Der Bekannte des heutigen AfD-Landtagsabgeordneten wollte als Matrose zur Handelsflotte gehen. „Hubert“ notierte: „Mit der Handelsflotte will er dann nach Amerika gelangen und dort bei seinem Onkel bleiben und nicht wieder in die DDR zurückkehren.“ Die Äußerungen seien „durchaus ernst gemeint“. Der Bekannte habe das in einem weiteren Gespräch wiederholt.

BILD konfrontierte den AfD-Politiker mit seinem handschriftlichen Bericht. „Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich weiß nicht mehr, um wen es sich da handelte“, erklärt Jean-René Adam gegenüber BILD. Bisher sagte er zu seiner Tätigkeit als K1-Spitzel: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Gegenüber BILD räumt er jetzt ein, die Verpflichtung als inoffizieller Mitarbeiter sei „ein Fehler gewesen“. Außerdem habe er selbst die „Notbremse“ gezogen und die Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei beendet. Laut Akte endete die Zusammenarbeit, weil sich Adam für 10 Jahre als Soldat verpflichtete.

In den Akten heißt es über die Spitzeltätigkeit von Adam: „Quelle zeigt sich willig bei der Lösung von konspirativen Aufgaben.“ Jean-René Adam berichtete über mehrere Jugendliche bei den geheimen Treffen mit der DDR-Kriminalpolizei. Teilweise äußerte er sich sehr despektierlich. Nach einem Treffen im Juni 1983 mit Hubert hielt die K1 dessen Aussagen über junge Frauen schriftlich fest. „Die (Name geschwärzt) soll über einen sehr großen Bekanntenkreis verfügen, HWG-Person sein, sich sehr oft in der Quisisannabar aufhalten, gut gebaut sein.“ „HWG-Person“ bedeutete im Behördenjargon „Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern“. Eine Bezeichnung, die ebenso wie der Verrat von Fluchtplänen schwere Folgen für die Betroffenen haben konnte.

HWG-Bezichtigte galten als „kriminell gefährdete Personen“ und wurden in gesonderten Karteien erfasst. Im schlimmsten Fall drohte Frauen sogar die Einweisung in geschlossene Krankenanstalten.

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